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Uetze will mit Förderprogramm das Ausbluten der Ortskerne verhindern

Uetze Uetze will mit Förderprogramm das Ausbluten der Ortskerne verhindern

Die Uetzer Gemeindeverwaltung überlegt, ein Förderprogramm "Jung kauft Alt" aufzulegen, um ein Ausbluten der Ortskerne zu verhindern. Vorbild könnte die Nachbargemeinde Edemissen sein, deren Rat bereits 2014 ein solches Programm beschlossen hat. Auch andere Kommunen fördern den Kauf alter Häuser.

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Diese Häuser am Schachtacker sind älter als 50 Jahre.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Hintergrund für die Überlegungen im Uetzer Rathaus ist der Demografiebericht für die Gemeinde. Darin rät die Autorin Ruth Rohr-Zänker dazu, nur noch "bedächtig" neues Bauland auszuweisen. Der Grund: Wenn man das Siedlungsgebiet ausdehnt und gleichzeitig den alten Wohnungsbestand vernachlässigt, besteht die Gefahr, dass in den alten Wohngebieten Leerstände entstehen und die alten Siedlungskerne geschwächt werden. Fachleute sprechen vom sogenannten Donut-Effekt.

"Wir weisen nur noch ganz dezent neue Baugebiete aus", sagt der Edemisser Fachbereichsleiter Rainer Hoffmann. Um einen Anreiz für den Erwerb von Altbauten zu schaffen und so das Veröden der Ortskerne zu verhindern, habe der Edemisser Rat 2014 das Programm "Jung kauft Alt" aufgelegt. "Es wird gut angenommen", sagt Hoffmann.

Wer in der Gemeinde Edemissen ein Wohnhaus kauft, das vor 1970 bezugsfertig war, kann für eine Laufzeit von fünf Jahren einen jährlichen Zuschuss beantragten. Der Grundbetrag pro Jahr beläuft sich auf 600 Euro. Für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr erhöht sich die jährliche Förderung um 300 Euro. Der Höchstbetrag beträgt 1500 Euro im Jahr. "Den Antrag muss man stellen, bevor man das Haus kauft", stellt Hoffmann klar. Trotz des Programmnamens gebe es keine Altersbeschränkung für die Antragsteller.

Ein Rechtsanspruch auf eine Förderung besteht nicht. "Zuschüsse können nur gewährt werden, soweit Fördermittel hierfür zur Verfügung stehen", heißt es in den Richtlinien. Laut Hoffmann sind bisher pro Haushaltsjahr 15.000 Euro eingeplant worden. "Das ist eine freiwillige Leistung", betont der Fachbereichsleiter.

Nach Auskunft des Uetzer Rathaussprechers Andreas Fitz wird voraussichtlich der neue Rat über ein solches Förderprogramms beraten. Für das Schaffen eines Anreizes zum Kauf von Altbauten spricht, dass die Gemeinde Uetze im Umland Hannovers den ältesten Gebäudebestand hat. Fraglich ist allerdings angesichts der Finanzlage der Gemeinde, ob die Kommunalaufsicht der freiwilligen Leistung zustimmt.

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Alte Bausubstanz prägt das Bild im Uetzer Ortskern.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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