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Gemeinde hat jetzt ihr eigenes Windrad

Uetze Gemeinde hat jetzt ihr eigenes Windrad

Die Gemeinde ist jetzt stolze Eigentümerin einer Windkraftanlage im neuen Windpark Uetze Wilhelmshöhe. Der Übernahmevertrag ist am Mittwoch im Büro des Bürgermeisters unterzeichnet worden.

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Vertragsunterzeichnung für den Kauf des Windrads (von links): Joachim Steinmetz, der Geschäftsführer der neuen Verwaltungs GmbH, Andreas Fitz, Geschäftsführer der Uetzer Gemeindebetriebe und Windstrom-Geschäftsführer Steffen Warneboldt.Vertragsunterzeichnung für den Kauf des Windrads (von links): Joachim Steinmetz, der Geschäftsführer der neuen Verwaltungs GmbH, Andreas Fitz, Geschäftsführer der Uetzer Gemeindebetriebe und Windstrom-Geschäftsführer Steffen Warneboldt.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze. 6,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom soll das Windrad, das bei einer Nabenhöhe von 119 Metern eine Gesamthöhe von 175 Metern erreicht, im Jahr erzeugen. Damit können bei einem Durchschnittsverbrauch von 4000 kWh rund 1500 Haushalte versorgt werden. Seit dem vergangenen Freitag drehen sich nicht nur die Rotoren, sondern die Anlage – auf der die Nummer 6 prangt – speist auch schon Strom ins Netz ein, und zwar an der Umspannstation in Hänigsen, mit der der Windpark über ein 12 Kilometer langes Erdkabel verbunden ist.

„Eher als wir erwartet haben“, sagte Steffen Warneboldt, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Windstrom aus Edemissen, die der Projektierer der 3,3 Mega-Watt-Anlage ist und sie der Gemeinde verkauft hat. „Die Herstellerfirma Vestas ist dem Zeitplan voraus.“ Die Inbetriebnahme war laut Warneboldt für Mitte/Ende Mai geplant. Dass die Anlage einen Monat früher Strom produziert, hat finanzielle Vorteile für die Gemeinde. Denn für Anlagen, die vor dem 1. Mai ans Netz gehen, werden pro Kilowattstunde 8,2 Cent Einspeisevergütung gezahlt – und das 20 Jahre lang. Nach dem 1. Mai sinkt das Entgelt.

„Der Erwerb einer Windkraftanlage ist Bestandteil unserer Klimaschutzstrategie“, sagte Bürgermeister Werner Backeberg bei der Vertragsunterzeichnung, die der Rathauschef als „besonderes Ereignis in der Geschichte der Gemeinde Uetze“ bezeichnete. Doch die Investition, rund 4,5 Millionen Euro, habe natürlich auch einen ökonomischen Aspekt. „Wir wollen als Gemeinde die Vorteile als Standort für Windenergieanlagen direkt nutzen und nicht nur indirekt durch Steuer- und Pachteinnahmen. Finanziert wurde die Investition – Eigenkapital für den Kredit – mit dem Gewinn aus der Verpachtung des Stromnetzes. Zinsen und Tilgung des Kredits werden natürlich aus dem Ertrag der Anlage bezahlt.

Das Windrad der Gemeinde ist eines von sechs in dem neuen Windpark. Drei Anlagen sind bereits am Stromnetz, eine „trudelt“ sich laut Warneboldt noch ein. Rad fünf und sechs werden zurzeit aufgestellt.

Der Windpark soll pro Jahr rund 38 Millionen kWh Strom produzieren – das reicht für 9500 private Haushalte. „Das sind mehr als Uetze hat“, sagte Backeberg. Die Gemeinde habe einen großen Anteil daran, dass die Region Hannover ihre Klimaschutzziele überhaupt erreichen kann. Nach Neustadt stünden auf Uetzer Gebiet die meisten Windräder. „Auf die Einwohnerzahl bezogen sind wir sogar der größte Windenergiestandort in der Region.“

Zudem verwies Backeberg auf die zahlreichen privaten Fotovoltaikanlagen und die beiden Biogasanlagen im Gemeindegebiet. All dies zeige, „die Klimaschutzwende findet auf dem Land statt“.

Bei der Gemeindebetriebe Uetze GmbH laufen die Fäden zusammen

Die Gemeindebetriebe Uetze GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde, ist die Käuferin der Windpark Uetze I GmbH & Co. KG, die allein für den Zweck gegründet worden ist, das Windrad Nummer 6 im Windpark Wilhelmshöhe zu betreiben. Die Gemeindebetriebe GmbH mit dem Geschäftsführer Andreas Fitz ist mit der Vertragsunterzeichnung alleinige Kommanditistin der Windpark Uetze I 
GmbH & Co. KG geworden. Gleichzeitig sind die Gemeindebetriebe jetzt Gesellschafterin der Windpark Uetze I Verwaltungs GmbH. Diese musste als Komplementärin zur Windpark Uetze I GmbH & Co. KG gegründet werden. So sehen es die Gesetze vor. Die Geschäftsführung der Verwaltungs GmbH wurde Joachim Steinmetz aus Hemmingen übertragen. Entschieden hat das der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Uetze.

Die Gemeindebetriebe GmbH wurde laut Fitz gegründet, um gemeindeeigene Projekte zur Nutzung regenerativer Energie zu ermöglichen. Neben dem Windrad sind das vier Fotovoltaikanlagen auf Dächern gemeindeeigener Gebäude sowie das Solarcarport am Rathaus.

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