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Scharen von Graugänsen werden zur Plage

Uetze Scharen von Graugänsen werden zur Plage

Der Bestand an Graugänsen wächst in Uetze stetig und ist längst zu einer Plage geworden, die vor allem die Landwirte trifft. Die Wildgänse, unter die sich auch Nilgänse gemischt haben, richten auf den Feldern große Schäden an.

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Auf diesem Feld am Schachtacker in Uetze suchen weit mehr als hundert Graugänse Nahrung.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Der Bestand ist aus dem Ruder gelaufen", klagt der Landwirt Claus-Heinrich Pahls. Die großen Vögel verursachten insbesondere an der Sommergerste große Schäden. "Sie fressen die jungen Triebe ab", berichtet Pahls.

Mittlerweile suchten die Gänse auch auf Frühkartoffelfeldern nach Nahrung. "Durch die Löcher der Folien, mit denen das Feld abgedeckt ist, ziehen die Gänse die jungen Kartoffelpflanzen", sagt Pahls.

Pahls' Berufskollege Karsten Niewerth drillt von Ende März bis Ende Juli nach und nach auf relativ kleinen Flächen Bohnen, um stets frische Ware für die Direktvermarktung zu haben. "Wenn die Bohnen auflaufen, kommen die Gänse und fressen die Keimblätter ab", berichtet der Uetzer. Die Folge sei, dass sich das Wachstum enorm verzögere oder die Pflanzen verkümmerten.

"Um unsere Pflanzen zu schützen, haben wir sie sogar im Sommer mit Vlies abgedeckt", sagt Niewerth. Doch die Gänse hätten mit ihren Schnäbeln Löcher ins Vlies gehackt, um an die jungen Bohnenpflanzen zu gelangen. In diesem Jahr hat Niewerth Vogelscheuchen aufgestellt. "Das ging ganz gut."

Eckhard Baars, Vertreter des Kreisjägermeisters, schätzt den Bestand an Grau- und Nilgänsen in der Gemeinde auf bis zu 800 Großvögel. Die Zahl schwanke etwas, weil einige zeitweilig zum Wehnser See oder zu den Kiesteichen bei Eickenrode flögen.

Der Bestand nehme zu, weil die Gänse gefüttert würden, sagt Baars. Ein Bewohner des Uetzer Spreewaldseengebiets habe ihn angerufen, weil seine Nachbarn die Gänse fütterten, sodass die Vögel sein Grundstück verkoteten. Auf den Inseln im Irenensee und im früheren Himstedt-Teich könnten die Gänse ungestört brüten: "Da kommt kein Fuchs hin." Zudem seien die Gänse wegen ihrer Intelligenz schwer zu bejagen, gibt Baars zu bedenken.

Pahls macht darauf aufmerksam, dass sich die Bedingungen für die Großvögel ständig verbesserten, weil die Wasserflächen wegen des Kiesabbaus immer mehr würden. 

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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