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Neue Erkenntnisse über Wolfsförder Mühle

Uetze Neue Erkenntnisse über Wolfsförder Mühle

Der Hänigser Christian Tieben hat Dokumente zur Geschichte der Wolfsförder Mühle und Dedenhausens vor der Vernichtung gerettet. Er hat sie auf der Burgdorfer Mülldeponie im Sperrmüll entdeckt.

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Die Wolfsförder Mühle steht an der Fuhse. Das Mühlrad ist schon vor Jahren abgebaut worden. Wo früher ein Wehr war, befindet sich heute ein kaskadenförmiger Sohlabsturz in der Fuhse.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze/Dedenhausen. Als Christian Tieben seinen Sperrmüll zur Deponie brachte, war der Container fast voll. "Ganz oben lag eine Kiste, die halb offen stand", erinnert er sich Tieben. Darin entdeckte er alte Fotos. "Die haben mein Interesse geweckt, weil ich mich für Heimatgeschichte interessiere." Er nahm die Unterlagen aus der Kiste mit nach Hause. Als er sie dort genauer anschaute, stellte er fest, dass sich die meisten Dokumente auf die Wolfsförder Mühle bezogen. Daher überreichte Tieben seinen Fund dem Vorsitzenden des Uetzer Heimatbunds Peter Doms.

"Die Unterlagen kommen wie gerufen, weil ich im Mai einen Vortrag über Mühlen halten will", sagt Doms. Über die Wolfsförder Mühle bei Dedenhausen habe er bisher wenig Informationen gefunden.

Vor der Vernichtung hat Tieben zum Beispiel das Familienstammbuch des "Mühlenbesitzers Carl Bühring" gerettet. Die Bührings waren mehrere Jahrhunderte Eigentümer der Mühle. In dem Familienstammbuch kann man nachlesen, dass der Müller Hans Bühring auf tragische Weise sein Leben verloren hat: "1824 am 13. November früh wurde der Mühlenmeister Hans Bühring von der Wolfsfördermühle todt auf einem Mörseacker bei Dedenhausen gefunden, nachdem er sich abends zuvor berauschet, verirret und in der eingetragenen Nacht, welche sehr kalt und stürmisch, umgekommen war."

In den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts bewirtschaftete Heinrich Harries die Wolfsförder Mühle, zu der auch Ländereien gehörten. Er führte die Berufsbezeichnung "Mühlenbesitzer und Landwirt." Ein Versicherungsschein dokumentiert, dass er sich 1931 ein Auto, einen neuen Opel, kaufte. "Die Landwirtschaft und die Mühle müssen wohl einiges abgeworfen haben, wenn er sich damals so ein Auto leisten konnte", folgert Doms.

Ebenfalls im Sperrmüll waren Broschüren mit den Ergebnissen der "Milchviehkontrollen im Oberkontrollbezirk Dedenhausen" und ein Foto des Kriegervereins Dedenhausen gelandet. In den Aufzeichnungen über die Milchviehkontrollen sind alle Bauern aufgelistet, die Milchkühe hielten. "Damals hatten noch viele Landwirte Kühe", stellt Doms beim Blättern in den Heften fest. Die Aufnahme von Mitgliedern des Kriegervereins stammt aus dem Jahr 1934, als der Verein sein 25-jähriges Bestehen feierte.

Schon 1330 erwähnt

Laut Uetzer Ortschronik wird die Wolfsförder Mühle bei Dedenhausen schon 1330 als "Molen to Wadelsvorde" in Dokumenten erwähnt. "Der Name hat nichts mit einem Wolf zu tun, erbringt aber den Beweis, dass es schon damals eine Furt (vorde) an der Fuhse zwischen Uetze, Katensen und  Dedenhausen gegeben hat", schreibt die Chronistin Dorothea Radtke. Nach ihren Angaben hat die Familie Bühring mit einer kurzzeitigen Ausnahme mindestens ab 1550 bis 1921 die Mühle besessen. 1921 hatte die Familie keine männlichen Nachkommen. Danach hießen die Mühlenbesitzer Harries. Der letzte Müller war Bernhard Scheibe. Er kaufte die Wolfsförder Mühle 1950, stellte aber einige Jahre später den Mühlenbetrieb ein.

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Der Heimatbund-Vorsitzende Peter Doms zeigt den Versicherungsschein für das Auto, das sich der Mühlenbesitzer Heinrich Harries 1931 gekauft hat.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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