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Heimatvereine gewinnen Mitglieder

Dollbergen/Uetze Heimatvereine gewinnen Mitglieder

Die Heimatvereine Mandelsloh und Neustadt stehen vor der Auflösung, den Eldagsener und Burgdorfer gibt es schon längst nicht mehr. Aber es geht auch anders: Der Heimatbund Uetze und der Heimatverein Dollbergen müssen sich um ihre Zukunft offenbar nicht sorgen.

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Für ganz Dollbergen richtet der Heimatverein einmal im Jahr ein Frühstück auf seiner Streuobstwiese aus.

Quelle: Archiv

Uetze. Beim Heimatbund Uetze steigt die Zahl der Mitglieder sogar. Nach den Worten des Vorsitzenden Peter Doms hat der Verein bis vor drei Jahren kontinuierlich circa 215 Mitglieder gezählt. Heute sind es mehr als 250. „Wir haben offenbar in den vergangenen Jahren ein attraktiveres Programm angeboten - auch im Zweiständerhaus Wackerwinkel“, erklärt er sich das steigende Interesse.

Um neue Besuchergruppen anzusprechen, habe der Heimatbund in Wackerwinkel statt eines klassischen Konzerts auch schon einen Jazzfrühschoppen oder einen Auftritt des Shantychors Graf Luckner ausgerichtet. Zu einem Publikumsmagneten hat sich die Hobbykünstlerausstellung in dem historischen Fachwerkgebäude entwickelt. Außerdem hat der Heimatbund begonnen, in der Olen Dorpschaule Ausstellungen mit Themenschwerpunkten zu zeigen. Für Ende des Jahres ist eine Dokumentation zu alten Handwerksberufen geplant.

„Wir halten konstant eine Mitgliederzahl von 200, aber das Durchschnittsalter sinkt kontinuierlich“, berichtet Henning Rase, Chef der Dollberger Heimatfreunde. Der Heimatverein habe nicht mehr wie früher fast nur Mitglieder, die 65 Jahre und älter sind.

„Das verstaubte Ansehen ist gewichen, weil wir uns für das ganze Dorf einsetzen“, sagt Rase. So kümmere sich sein Verein um den Dorferlebnispfad, habe eine Streuobstwiese angelegt, richte alljährlich ein Weinfest für Jung und Alt aus und lade die Kinder zur Ostereiersuche ein. Außerdem versuche der Verein, Neubürger für die Entwicklung Dollbergens zu interessieren.

„Ein Problem ist, dass wir keine eigenen Räume mehr haben“, räumt Rase ein. Derzeit hat der Heimatverein sein Fotoarchiv und alte Dokumente an drei verschiedenen Standorten untergebracht. „Wir suchen eine dauerhafte Bleibe“, sagt Rase.

Der Uetzer Heimatbund wünscht sich eine Verstärkung des Helferteams, das im Zweiständerhaus in Wackerwinkel Besuchergruppen bewirtet. Einige tatkräftige Mitstreiter seien altersbedingt aus dem Team ausgeschieden, berichtet Doms.

Kommentar: Alte Pfade verlassen

Heimatvereine spüren wie andere Vereine auch den demografischen Wandel und die geänderte Lebensweise der Menschen. Dass die Mitgliederzahlen trotzdem nicht sinken müssen, stellen der Uetzer Heimatbund und der Dollberger Heimatverein eindrucksvoll unter Beweis. Beide haben sich nicht gescheut, in den vergangenen Jahren mit neuen Angebote auf die Menschen zuzugehen. Ihr Erfolg sollte auch den Vorständen anderer Vereine Mut machen, ausgetrampelte Pfade zu verlassen und das eine oder andere Neue zu wagen. So kann nicht nur das Überleben gelingen, sondern der Verein sogar wachsen.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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