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Uetzer Tafel kommt an ihre Grenzen

Uetze Uetzer Tafel kommt an ihre Grenzen

Bis zu 20 neue Kunden nimmt die Uetzer Tafel jede Woche auf – bei einer gleichbleibenden Zahl an ehrenamtlichen Helfern und Lebensmittelspenden. Trotz allen Engagements und vieler Gespräche: Konflikte unter den Tafelkunden bleiben nicht aus.

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Setzen sich ein für die Uetzer Tafel (von links): Ursula Tesch, Margitta Ludewig, Werner Backeberg, Ursula Bauermeister, Gerhard Kuschnerus, Egbert Kobbe und Peter Budde.

Quelle: Antje Bismark

Uetze. An jedem Dienstag um 9 Uhr startet das Team um Leiterin Ursula Bauermeister zu Bäckern, Schlachtern und Lebensmittelhändlern in Hänigsen, Wathlingen, Sievershausen, Dollbergen und Hämelerwald. Auch von zwei Discountern aus Uetze holen die Ehrenamtlichen die nicht mehr benötigten, aber noch frischen Lebensmittel ab. "Ein Drogeriemarkt versorgt uns zudem mit Hygieneartikeln und Waschpulver", sagt Bauermeister. Bis etwa 14 Uhr dauert die Tour, dann beginnen die zwölf Freiwilligen damit, im Schulzentrum die Brote, Wurst, Käse, andere Milchprodukte oder Obst und Gemüse zu sortieren. "Etwa 900 Kilogramm verteilen wir pro Woche", weiß Bauermeister aus Erfahrung.

Sie hat vor wenigen Wochen die Teamleitung von Gerhard Kuschnerus übernommen, der sich nach mehr als sechs Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht. Die Spendenmenge, ergänzt Peter Budde, bleibe seit Jahren konstant. Stark steigend sei jedoch die Zahl der Tafelkunden: Derzeit seien 123 Familien mit 286 Personen berechtigt, Lebensmittel abzuholen. Längst nicht alle Berechtigten, die einen speziellen Schein von Margitta Ludewig aus der Gemeindeverwaltung erhalten, nutzten jedoch die Möglichkeit. "Wir könnten die Ausgabe nicht mehr leisten, wenn tatsächlich alle kämen", sagt Budde - zumal sich die Zahl der Berechtigten wegen der Flüchtlinge um bis zu 20 erhöhe. 

Aus Personalgründen lasse sich das jetzige System nicht erweitern, betonen alle Aktiven unisono: Dabei erhalten die Familien mit mehr als drei Mitgliedern dienstags ab 16 Uhr die Losnummern bis 20, kleinere Familien bekommen die folgenden Ziffern zugeteilt. Nach 16.30 Uhr beginnt die Ausgabe. "Bis wir alles wieder auf- und eingeräumt haben, ist es weit nach 18 Uhr", sagt Bauermeister. Sollte sich die Nachfrage weiter so stark entwickeln, müsste die Tafel die Klein- und Großfamilien im 14-tägigen Wechsel versorgen - das aber würde zu Lasten der Kunden gehen, sagt Bauermeister.

Sie und ihre Mitstreiter wünschen sich angesichts der wachsenden Zahl an Bedürftigen wünschen, dass sich mehr Uetzer ehrenamtlich engagieren. Diesen Wunsch teilt auch der DRK-Vorsitzende Egbert Kobbe, dessen Verein als Träger fungiert. Gern gesehen sind neben Lebensmittelspenden, auch von nicht-inhabergeführten Geschäften, auch Geldspenden. Gesucht werde auch ein ebenerdiger Lagerraum, um Paletten mit Lebensmitteln aufbewahren zu können, sagt Budde.

Und noch ein Wunsch eint die Tafel-Aktiven - auch mit Bürgermeister Werner Backeberg und Gemeinderätin Ursula Tesch: Sie wehren sich gegen Kritik, sie würden Flüchtlinge und ihre Familien bevorzugt behandeln. "Wir versuchen, die Spenden so gerecht wie möglich auszugeben", sagt Bauermeister. Und Budde ergänzt: "Leider stellen sich die Kritiker nicht dem Gespräch, sondern sie agieren anonym." Deshalb entstehe auch keine ergebnisorientierte Diskussion. Backeberg verweist auf die wichtige Aufgabe der Tafel: "Sie ist eine wichtige sozialpolitische Einrichtung in der Gemeinde, die dem sozialen Frieden dient."

Weitere Informationen gibt Ursula Bauermeister per E-Mail ursulabauermeister@web.de und unter Telefon (05173) 6169.

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Von Redakteur Antje Bismark

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