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Landwirte fordern die Politik zum Handel auf

Uetze Landwirte fordern die Politik zum Handel auf

Weniger Bürokratie, regional angepasste Konzepte und keine populistischen Forderungen: Zum Tag des offenen Hofes hat Landwirt Holger Hennies den Politikern auf Landes- und Bundesebene einige Hausaufgaben mit auf den Weg in die Behörden gegeben.

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Gruppenbild mit Ministerpräsident Stephan Weil: Die Betriebsleiter der fünf beteiligten Höfe Hermann Hasberg, Dirk Buchholz, Carsten Fricke, Hartmut Hasberg, Jürgen Knopf und Holger Hennies zeigen die modernen Landwirtschaftsmaschinen.

Quelle: Bismark

Schwüblingsen. Knapp 10.000 Besucher strömten gestern nach Schwüblingsen, um Landwirtschaft zum Anfassen zu erfahren. Damit ging das Konzept ging nach Einschätzung von Landvolkpräsident Werner Hilse als Organisator einmal mehr auf. Doch bei allem Spaß zwischen und auf den fünf Höfen nutzten die Landwirte die Chance, die Politiker mit Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Christian Meyer an der Spitze auf die Probleme hinzuweisen. Und sie erklärten den kleinen und großen Besuchern, woher die Milch kommt und wo die Kartoffeln wachsen.

„Wir sollten wieder mehr miteinander reden statt übereinander“, sagte der Schwüblingser Landwirt Holger Hennies zur Begrüßung. Dazu gehörten Gespräche zum Abbau von Bürokratie ebenso wie Schutz vor Populismus – „auch wenn er aus Ihrer Partei kommt“, sagte er zu Weil. Dazu gehörten aber auch regional angepasste Konzepte wie beim Trinkwasser, das gerade in der Region Hannover sehr gut sei und keine neuen Verordnungen benötige, und weniger Vorschriften wie der neuen Düngeverordnung. „Das können die Viehhalter nicht finanzieren“, prognostizierte Hennies, der ein weiteres Höfesterben befürchtet.

„Die Lebensmittelproduktion der niedersächsischen Landwirtschaft befindet sich auf hohem Niveau“, sagte Weil zur Begrüßung auf dem Hof Knopf und gab damit den Startschuss für niedersachsenweit 70 geöffnete Höfe. Seine Regierung unterstütze deshalb die Landwirtschaft gerade bei der Entbürokratisierung: „Es kann ja nicht sein, dass der Bauer mehr im Büro sitzt als dass er im Stall oder auf dem Feld arbeitet.“ Angesichts solcher Probleme wie dem schwierigen Milchmarkt und der größer werdenden Erwartungen der Verbraucher dürfe die Landwirtschaft nicht überfordert werden. „Niedersachsen ist das Agrarland Nummer Eins, und das wollen wir auch bleiben“, gab er seine Zusage, den Landwirten als Gesprächspartner zur Seite zu stehen.

Ein Plädoyer für das Dorf

Ein Plädoyer für sein Heimatdorf hat Ortsbürgermeister Eike Dralle am Sonntagmittag beim Tag des offenen Hofes gehalten: „Man sieht nicht, was Schwüblingsen ausmacht, man erfährt es“, sagte er und fügte mit Blick auf die politische Prominenz und die vielen Besucher hinzu: „Sie sehen einen beeindruckten Ortsbürgermeister.“
Zwar verfüge die Ortschaft weder über einen Laden noch über einen Bahnanschluss, dafür aber über viel Zusammenhalt und Miteinander. „Wenn ich das mal als B-Note bezeichnet, dann ist unsere B-Note sicherlich mehr wert als andernorts die A-Note“, schrieb Dralle seinen 610 Mitbewohnern ins Buch. „Wir sind übrigens ausgebucht, im vergangenen Jahr kamen 20 Neubürger dazu.“

Denn an dem Großereignis beteiligten sich nicht nur die fünf Landwirte und ihre Familien, sondern alle Vereine und Verbände – von den Jüngsten bis zu den Senioren. So sorgten Justus, Linos und Anna-Lena dafür, dass die Besucher bei gutem Frühsommerwetter immer genügend Getränke hatten. Sonja Kynast und Gisa Fricke-Stellfeldt verteilten Kartoffeln mit Quark im Minutentakt, während so manch Älterer den Jüngsten die historische und die moderne Landtechnik erklärte.
Und weil das Dorf zusammenhält, profitieren am Ende auch alle davon: Der Reinerlös des Sonntags fließt in die Kassen der Vereine und Verbände.

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