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Ziegenzuchtverein ohne Ziegen

Hänigsen Ziegenzuchtverein ohne Ziegen

Ziegen und der Ziegenzuchtverein – zwei Welten begegnen sich: Denn Ziegen züchtet in dem Verein schon lange keiner mehr. Gesellsigkeit ist dort Trumpf.

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Ziegen züchtet im Ziegenzuchtverein Hänigsen schon lange keiner mehr. Darüber lässt sich nur noch in Akten, die der Heimatbund im Haus am Pappaul verwahrt, nachlesen. Rüdiger Rust, im Dorf von Kindesbeinen an „Ziege Rust“ genannt, ist am Sonntag als Vorsitzender des Ziegenzuchtvereins wiedergewählt worden.

Quelle: Joachim Dege

Hänigsen. Es ist nicht so, dass der Ziegenzuchtverein vor sich hindümpelte. Im Gegenteil. Auf dem Vereinssparbuch liegen 1422,10 Euro. Und bei den 67 Mitgliedern steht die Geselligkeit hoch im Kurs. So hoch, dass die Jüngeren, also Endvierziger, bei der Organisation des jährlichen Grillfests kräftig mit anpacken und „Ziege Rust“, wie der erst am Sonntag im Amt bestätigte Vorsitzende Rüdiger Rust im Dorf von allen gerufen wird, in der Jahresversammlung im Gasthaus Sandkrug lobt: „Der Verein lebt.“

Den Spitznamen hat der ehemalige Bankkaufmann Rust weg, weil sein Opa einst Ziegen besaß. Er selbst hatte nie welche. Auch der Verein, dem er seit zwei Jahren vorsteht, lebt gut ohne die wiederkäuenden Paarhufer. Nicht nur, dass keiner im Dorf die gemeinhin streng riechenden Tiere mehr züchtet. Es gibt sie nicht mehr in Hänigsen. Als Rust sich in der Jahresversammlung vergewissert und nachfragt, erntet er Verwunderung. Eine Frau lässt sich zu der Bemerkung hinreißen: „Nur unsere Männer haben noch Ziegen.“ Da lacht der halbleere Saal.

Die Jahresversammlung ist dieses Jahr schlecht besucht. Normalerweise kommen bis zu 40, sagt Rust. Zumal es „was auf die Gabel“ gebe. Den Mutzbraten mit Champignons, Bratkartoffeln und Krautsalat übernimmt die Vereinskasse. An diesem Sonntag sind trotzdem nur 26 gekommen. Viele der Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von Anfang, Mitte 70 seien krank, sagt Rust. Auch der Ehrenvorsitzende Gerd Frank, der ansonsten die Wahl des Vorsitzenden geleitet hätte. Der Schriftführer muss einspringen. Rust wird wiedergewählt – einstimmig.

Der alte und neue Vorsitzende, der auch dem Mühlenverein vorsteht, antwortet auf die Frage nach der Notwendigkeit eines Ziegenzuchtvereins im Dorf ohne Ziegen: Früher habe es 15 Gasthäuser im Ort gegeben, heute seien es noch drei. „Da muss Du schon mit drei Leuten hingehen, weil sonst keiner da ist, mit dem Du Dich noch unterhalten kannst.“ Die Vereinsmitglieder seien einfach froh, wenn sie dreimal im Jahr gesellig zusammenkommen könnten. „Warum sollen wir mit dieser Tradition brechen? Nur weil es keine Ziegen mehr gibt?“

Das nächste Grillfest steigt am 24. Juli, am Kuhlenberg. Das Oktoberfest feiert der Ziegenzuchtverein am 16. Oktober im Sandkrug.

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Ziegen züchtet im Ziegenzuchtverein Hänigsen schon lange keiner mehr. Darüber lässt sich nur noch in Akten, die der Heimatbund im Haus am Pappaul verwahrt, nachlesen. Rüdiger Rust, im Dorf von Kindesbeinen an „Ziege Rust“ genannt, ist am Sonntag als Vorsitzender des Ziegenzuchtvereins wiedergewählt worden.

Quelle: Joachim Dege
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