Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Klara Grete schenkte Kindern Bonbons

Uetze Klara Grete schenkte Kindern Bonbons

Wer heute Mehl, Zucker, Salz oder Gries einkauft, bekommt die Waren abgepackt im Supermarkt. Ganz anders war das früher in Klara Gretes kleinem Kaufmannsladen in Katensen. "Sie hatte viele lose Waren", erinnert sich der Katenser Heimatbund-Vorsitzende Gerd Voiges.

Voriger Artikel
Lila Matratze im Gebüsch entsorgt
Nächster Artikel
Uetze steckt 20 Millionen in die Schulen

Gerd Voiges zeigt auf die eingeprägten Eichstempel am oberen Rand des Halb-Liter-Messbechers.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Katensen. "Als Kind musste ich da einkaufen", erzählt der 73-Jährige. Bei fast jedem Einkauf habe er wie andere Kinder auch von Greten Klara, wie die Ladenbesitzerin im Dorf genannt wurde, einen Bonbon geschenkt bekommen. Den habe sie aus einem Glas genommen, das auf dem Tresen stand.

Voiges Großmutter hat nach den Worten ihres Enkels gern Schokoküsse gegessen. Die Familie habe ihr zu ihrem Geburtstag immer davon eine ganze Kiste geschenkt, die sie bei Klara Grete gekauft habe.

Lose Ware wie Zucker habe die Ladenbesitzerin in Papiertüten gefüllt und mit einer Wage abgewogen, berichtet Voiges. Wer flüssige Lebensmittel wie Essig haben wollte, musste ein Gefäß mitbringen. Um Flüssigkeiten abzufüllen, benutzte Klara Grete einen geeichten Messbecher.

Der Halb-Liter-Messbecher aus dem einstigen Kaufmannsladen ist Ausstellungsstück in der Katenser Heimatstube. Das Gefäß aus Zinn ist mehr als 100 Jahre alt. Das lässt sich an den mehr als 20 Eichstempeln ablesen, die jeweils nach dem Eichen in das Metall geprägt wurden. Nach dem Gesetz mussten Geräte und Gefäße, die gewerblich zum Abmessen genutzt wurden, alle zwei Jahre von einem Eichamt geprüft werden. Weil die ältesten Stempel noch von der Herzoglich Braunschweigischen Eichungs-Commission sind, ist der Becher vermutlich schon Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt worden.

Greten Klaras Laden befand sich in der früheren Abbauerstelle Nummer 40, heute Im Alten Dorf 6. "Durch die große Dielentür ist man in das Haus gegangen. Der Laden war links der Diele", erzählt Voiges. Auf der rechten Seite der Diele hatte Klara Grete ein Lager. "Von da musste sie das holen, was sie nicht im Laden bevorratete", berichtet der Heimatbund-Chef. Wenn sie keine Kundschaft hatte, hielt sie sich in der Wohnung in hinteren Teil des Hauses aufgehalten. In dem Gebäude lebte sie mit ihrem ebenfalls unverheirateten Bruder, dem Hausschlachter Adolf Grete.

"Wann sie den Laden aufgegeben hat, weiß ich nicht", sagt Voiges. Der letzte Eichstempel auf dem Messbecher ist aus dem Jahr 1961. Das lässt den Schluss zu, dass die Katensenerin Anfang der Sechzigerjahre ihr Geschäft aufgegeben hat. 

doc6wv82lq1jyb3z0zeftz

So sieht der geeichte Messbecher aus Klara Gretes Laden aus.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

doc6x1ek5hcghgqf1zugat
Grüner Weg: Schmierfinken beschädigen Tafeln

Fotostrecke Uetze: Grüner Weg: Schmierfinken beschädigen Tafeln