Schwüblingsen. Mit viel Lob und Anerkennung wurde Cornelsen verabschiedet, der seit 1972 Pächter des Jagdreviers zwischen Arpke, Sievershausen, Dollbergen, Katensen und Beerbusch war. „Wir haben Dich als ruhigen, sachlichen und zufriedenen Menschen kennengelernt und Du hast nie Deinen Vorteil gesehen“, sagte Carsten Fricke, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft. Diese Art habe sich wie ein roter Faden durch die Zeit der Jagdpachtung gezogen.
Doch Cornelsen habe nicht nur die Jagd im Blick gehabt, sondern auch mit den Schwüblingsern gelebt, sagte Fricke. So waren die Jagdgenossen – die Eigentümer der Revierflächen – oft bei ihm zu Hause in Köthenwald eingeladen. Fürs Schützenfest hat er den Dr.-Rudolf-Wahrendorff-Gedächtnis-Pokal gestiftet. Auch bei der Neuverpachtung des 1000 Hektar großen Reviers hat Cornelsen dem Vorstand der Jagdgenossenschaft mit Rat zur Seite gestanden. Denn seit drei Generationen war es das erste Mal, dass die Schwüblingser eine Jagdverpachtung ausschreiben mussten. Statt einem gibt es künftig drei fast gleich große Reviere.
Die neuen Jagdpächter für das Revier Ost – es grenzt an Dollbergen – sind Friedrich Fischer aus Röhrse sowie Maik Fischer und Annette Warnke aus Schwüblingsen. Das Revier West in Richtung Beerbusch haben Siegfried Dietrich aus Clauen und Hans-Jürgen Mösli aus Rössing gepachtet. Jost Dembski aus Sievershausen ist in Zukunft für das Jagdrevier Süd, das an Arpke grenzt, verantwortlich.
Für den Clauener Dietrich war der große Wildschweinbestand ausschlaggebend, um für das Revier zu bieten. Als Cornelsen vor 50 Jahren die Jagd von seinem Vater – „er war ein passionierter Jäger mit hohen jagdethischen Ansprüchen, die mich sehr geprägt haben“ – übernahm, gab es dort noch keine Wildschweine. Dafür aber eine Fülle an Hasen, Rebhühnern, Rehen und anderem Niederwild. „Wir waren reine Tagjäger“, sagte Cornelsen.
Der 74-jährige Mediziner hat zwar das Schwüblingser Revier abgegeben, aber seine Waffen will er nicht an den Nagel hängen. Er jagt noch in drei anderen Revieren, zwei davon sind Eigenjagden. Ihm gehe es dabei nicht ums Töten. Die Jagd sei für ihn der Erhalt eines Traums von einem nicht entfremdeten Leben, betonte Cornelsen.
Als Abschiedsgeschenk bekam Jan Cornelsen ein Bild vom Immenser Jagdmaler Helmut Erxleben. Das Motiv – ein Rehbock und eine Elster auf einer Lichtung in der Morgendämmerung – soll laut Erxleben kein Jägerlatein sein. Er selbst will dieses so gesehen haben.
Anette Wulf-Dettmer
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