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Die Musik formt das Gemeindeleben

Uetze Die Musik formt das Gemeindeleben

Auch wenn der Termin noch in weiter Ferne liegt: Beim Konzert am 1. Advent fährt die Johannes-der-Täufer-Kirchengemeinde alles auf, was sie musikalisch an Gruppen und Qualität zu bieten hat. Und das kann sich wahrlich hören lassen.

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Die Jugendkantorei singt unter Andreas Kiebelers Leitung in der Johannes-der-Täufer-Kirche.

Quelle: Sandra Köhler

Uetze. Sänger einer Kantorei, einer Jugendkantorei, eines Konfi- und eines Kinderchores treffen sich in Kirche und Gemeindehaus regelmäßig zum Proben. Der Posaunenchor rekrutiert seinen Nachwuchs aus der gemeindeeigenen Jungbläserausbildung. Die musikalische Begleitung der Gottesdienste ist dank eines Pools an Organisten mit ganz verschiedenen Schwerpunkten bestens gesichert. Obgleich die offizielle Organistenstelle seit Jahrzehnten nicht fest vergeben werden konnte.

"Heute mag sich kaum einer mehr verpflichten, jeden Sonntag die Orgel zu spielen", sagt Pastor Andreas Kiebeler: "Aber mit Annegret von Collande, Natalja Finkenstein, Hans-Joachim Rinnau und Debbie Kellmer sind wir bestens aufgestellt." Besonders charmant findet Kiebeler "die große Vielfalt", die sich aus den bevorzugten Stilrichtungen der Orgelspieler ergibt und sogar Jazz einschließt.

Von Collande hat gefühlte Ewigkeiten eines der musikalischen Zugpferde der Gemeinde geleitet: die Kantorei. Ihr Nachfolger Oliver Krause wird zum Erntedankfest am 1. Oktober offiziell in sein Amt eingeführt. Für die Kantorei bedeutet das sicherlich eine Neuorientierung. Denn jeder Chorleiter prägt seine Sänger.  "Annegret von Collande hat viele Projekte - zum Teil in Kooperation mit anderen Chören - auf hohem Niveau durchgeführt. Und immer auch dafür gesorgt, dass die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung standen", sagt Kiebeler.

Einer der Höhepunkte war sicherlich die Aufführung des Bachschen Weihnachtsoratoriums im vergangenen Dezember, mit dem sich Collande zu ihrem Abschied als Chorleiterin einen lang gehegten Traum erfüllte. Dass sie der Gemeinde trotzdem als Organistin erhalten bleibt und zudem die Jugendkantorei regelmäßig am Klavier begleitet,  das sei aller Ehren und allen Dankes wert, betont Kiebeler: "Vor allem weil es auch eine ganz andere Musik ist."

Ein weiterer Pfeiler der Kirchenmusik in Uetze ist der Posaunenchor, den Ulrike Henze - Kiebelers Frau und Pastorin in Burgdorf - leitet. "Ein Posaunenchor verleiht jedem Gottesdienst festlichen Glanz", sagt Kiebeler. Die Bläser spielen bei Freiluftgottesdienste wie den zum Zwiebelfest oder zu Himmelfahrt. Sie sind wie die Jugendkantorei regelmäßig bei Kirchentagen zu Gast. Und sind laut Kiebeler auch so engagiert, dass sie am Morgen des Heiligen Abend in den Alten- und Pflegeheimen bei den Andachten aufzuspielen.

"Am Posaunenchor sieht man die Entwicklung, die Kirchenmusik in den vergangenen drei Jahrzehnten genommen hat", sagt der musikbegeisterte Pastor. "Von den getragenen choralartigen Stücken haben über modernere Sätze auch Gospels und Jazz Einzug gehalten ins Repertoire." Leider sei das Image dieser Entwicklung nicht gefolgt, sondern bei "alt und verstaubt" stehengeblieben, bedauert er. Dieser Umstand mache es - neben grundsätzlichen spielerischen Unterschieden etwa zu Bläserklassen - auch schwieriger als früher, Jugendliche für die Jungbläserausbildung, dem Nachwuchspool für den Posaunenchor, zu motivieren. Die übrigens auch in den Händen von Ulrike Henze liegt. 

Der Motor: Andreas Kiebeler ist Pastor und Musiker

Kiebeler, selbst in jungen Jahren Mitglied im renommierten Thomanerchor, leitet die Uetzer Jugendkantorei. Den Anstoß dazu gab 2008 seine sangeskräftige 17-köpfigen Mädchen-Konfirmandengruppe.  Nach einem musikalische Krippenspiel und einem Musical gründete er nach der Konfirmation mit zwölf von ihnen die Jugendkantorei. Mittlerweile besteht die Truppe, die im nächsten Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, aus etwa 20 jungen Sängerinnen. Sie haben von der Einstimmigkeit zur schönen sauberen Mehrstimmigkeit gefunden und in zahlreichen Auftritten, unter anderem bei Chorreisen durch die Niederlande, unter Beweis gestellt, das sie die Menschen mit ihrem Gesang berühren können.

"Es ist eine große Freude, mit ihnen zu arbeiten", sagt der Kantoreileiter über die Sängerinnen. Besonders begeistert, ja fast gerührt ist Kiebeler nach eigenen Worten, dass  "zwei, die aufgehört hatten, weil es ihnen ihre Zeit nicht mehr erlaubte, jetzt wieder mit dabei sind." Einen großen Auftritt haben die jungen Damen ebenfalls bei der Adventsmusik am 3. Dezember. Ganz besonders fiebern sie  dem Nachtgottesdienst am Heiligen Abend entgegen.

Kinderchor und Konfi-Chor sind die Etappen hin auf dem Weg in die Jugendkantorei. Und zwar mit jeweils ganz eigenen Ansprüchen. Im Kinderchor geht es in erster Linie darum, den Kindern von sieben bis zwölf Jahren Spaß am Singen zu vermitteln. Und das war dem bisherigen Leiter Dean Schrammar sichtlich gelungen. "Er war recht spontan, und die Kinder haben ihn geliebt", sagt Kiebeler. Doch Schrammar hatte wegen seines Studiums in Hannover und weil er eine Kirchenmusikerstelle angeboten bekam, gekündigt. Über seinen Nachfolger stimmt demnächst der Kirchenvorstand ab. "Es wäre schön, wenn der noch ein wenig mehr an den sängerischen Grundlagen arbeitet", sagt Kiebeler.

Genau um diese Grundlagen - sauberes einstimmiges Singen, selbstständig die Töne finden und das Rhythmusgefühl schärfen - geht es im Konfi-Chor für Jugendliche ab 13 Jahre. "Es war am Anfang für die Jugendkantorei als Gruppe und für Neulinge schwierig, sich aufeinander einzustimmen", sagt Kiebeler. Besonders dann, wenn willige Mitsänger eben noch keine Erfahrung im Chorgesang hatten. Um die Lücke zu schließen, gründete Kiebeler den Konfi-Chor. Dort bekommt jeder Neuling einen Paten, der neben ihm sitzt und den er fragen kann, wenn er doch mal rauskommen sein sollte.

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Von Sandra Köhler

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