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Uetzer Kirche wird 150 Jahre alt

Uetze Uetzer Kirche wird 150 Jahre alt

Die evangelisch-lutherische KirchengemeindeUetze kann im Luther-Jahr ein besonderes Jubiläum feiern. Ihre Johannes-der-Täufer-Kirche wird 150 Jahre alt. Am 22. Juli 1867 ist sie vom damaligen Superintendenten Freytag aus Sievershausen eingeweiht worden.

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Die 150 Jahre alte Johannes-der-Täufer-Kirche ist eines der Wahrzeichen Uetzes.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Ihre Vorgängerkirche war erst 1837 gebaut worden. Sie wurde aber, wie fast das ganz Dorf auch, beim großen Uetzer Brand am 21. April 1863 in Schutt und Asche gelegt. Das Feuer war im Westen des alten Dorfes ausgebrochen, es breitete sich wegen des starken Windes und der anhaltenden Trockenheit schnell nach Osten aus. Außer der Kirche brannten zudem 84 Wohnhäuser, zwei Schulen, die Wassermühle, zwei Gemeindebackhäuser und 24 Nebengebäude nieder. Zwei Menschen kamen ums Leben. 555 wurden obdachlos. Im Wesentlichen blieben nur Gebäude am Ortsrand wie der Junkernhof von den Flammen verschont.

Am 3. Mai 1863 besuchte der hannoversche König Georg V. mit dem Kronprinzen Ernst August schließlich Uetze, um der Not leidenden Bevölkerung sein Mitgefühl auszudrücken. Er brachte für die Brandopfer 100 Goldstücke mit. Während seines Aufenthaltes suchten König und Kronprinz die Ruine der Kirche auf, von der nur die Seitenmauern aus Feldsteinen stehen geblieben waren. Ernst August schilderte laut der Ortschronik seinem blinden Vater den trostlosen Anblick. "Ach, Vater, wenn du dies sehen könntest", soll der Kronprinz gesagt haben.

Mit dem Wiederaufbau des Gotteshauses wurde der Hofbaumeister Conrad Wilhelm Hase beauftragt. Nach Angaben der Ortschronistin Dorothea Radtke waren die Pläne bereits ein halbes Jahr später fertig. Die Fertigstellung zog sich jedoch bis 1867 hin. Hase, der ein bedeutender Vertreter der Backsteingotik war, bezog die verbliebenen Seitenwände in den Wiederaufbau ein. Seine Handschrift wird besonders am Altarraum mit den hohen Spitzbogenfenstern deutlich, den der Hofbaumeister im Osten des Gebäudes angefügt hat.

Zu ihrem 100. Jahrestag im 1963 wurde die Johannes-der-Täufer-Kirche renoviert und umgestaltet. Der Haupteingang wurde unter den Turm an der Westseite verlegt. Der Altarraum bekam innen ein neues Aussehen. Die alte Kanzel musste einer modernen weichen. Sie wurde nicht an alter Stelle, sondern an der vom Kirchenschiff aus gesehen linken Seite aufgestellt. Die Empore wurde ein Stück verkürzt. Außerdem ließ damals der Kirchenvorstand eine Ölheizung installieren.

Nach Auskunft der Pastorin Heidrun Kück wird die Kirchengemeinde die 150. Wiederkehr der Kirchweih im Gottesdienst am Sonntag, 23. Juli, ab 10.30 Uhr in der Sommerkirche feiern.

Von Freidrich-Wilhelm Schiller

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