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Keine Entwarnung für die Fuhse

Uetze Keine Entwarnung für die Fuhse

Nach wie vor ist die Fuhse mit Schadstoffen belastet. Das haben die neuesten Untersuchungen des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz gezeigt.

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Die Fuhse ist größtenteils von Naturschutzflächen oder extensiv bewirtschaftetem Grünland gesäumt.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze. Das etwas mit der Wasserqualität des 92 Kilometer langen Flusses nicht stimmt, beobachtet auch Fischer Rolf Ewert aus Bröckel seit Jahren. „Wenn wir am Ufer einen Stein hochheben, da ist nichts mehr. Früher tummelten sich dort Flohkrebse und andere Kleinstlebewesen.“ Ewert ist beunruhigt, dass sich die Situation noch nicht gebessert hat, obwohl die Belastung mit Schadstoffen seit 2010 bekannt ist.

Damals war dem Landesbetrieb bei Routinekontrolle an den Messstellen in Wathlingen und Peine eine hohe Konzentration des Herbizidwirkstoffs Ethofumesat aufgefallen. Daraufhin wurde 2011 der gesamte Flusslauf untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Die Fuhse ist in weiten Teilen weitgehend verödet.

Zwar habe sich seit 2011 die Konzentration von Ethofumesat und einiger anderer Einzelstoffe verringert. Doch für eine Entwarnung sei es zu früh, sagt Herma Heyken, Sprecherin der Landesbehörde: „Die Belastung im Allgemeinen ist nach wie vor vorhanden. Daher kann nicht von einer Verbesserung gesprochen werden.“ Denn der Verdacht, das Ethofumesat sei allein für die Verödung des Flusses verantwortlich, habe sich nicht bestätigt.

Eine Erklärung, wie und wo die Schadstoffe in solchen Mengen in den Fluss gelangen, kann die Behörde auch nach fast sechs Jahren nicht liefern. „Es fehlt an tiefergreifenden Untersuchungen“, so Heyken. Allerdings gibt es nach Angaben von Steffen Hipp, Ingenieur der Unterhaltungsverbände Untere und Obere Fuhse, nur ganz wenige Ackerflächen, die direkt an der Fuhse liegen. Zu 50 bis 70 Prozent ist der Fluss von Naturschutzgebieten, breiten Randstreifen, Gehölzen und extensiven Pferdeweiden gesäumt. Möglicherweise gelangt die Verschmutzung über Gräben, die Äcker weitab der Fuhse entwässern, in den Fluss.

Auch wenn die Ursachen der hohen Schadstoffbelastung nicht gefunden sind - Quellen können auch Kläranlagen sein - ist die Landwirtschaftskammer aktiv geworden. Sie hat inzwischen mehrere Hundert Landwirte in der Region geschult und beraten. Das Ziel: Der Eintrag von Dünger und Pflanzenschutzmittel in Oberflächenwasser soll vermieden werden. Zudem sind gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Naturschutz Flächenanalysen mit den dazugehörigen betrieblichen Parametern erstellt worden. Anhand der Ergebnisse wurden mit den Landwirten Konzepte erarbeitet, wie sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ihren Feldern weiter verringern können.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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