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Der Hund ist der Star des Abends

Uetze Der Hund ist der Star des Abends

Besonders reizvoll an den Aufführungen der Laienspielgruppe Um Gottes Willen ist das Unvorhergesehene. Bei der Premiere der Komödie "Opa lässt es krachen" in der Scheune des Milchhof Osterwiese entschied sich der Hund von Burghard Homann spontan, das Ensemble zu bereichern.

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In Opa Dietrichs und Pauls Verhandlungen mit Elenas Zuhälter Luigi mischt sich der Hund des Hofes spontan ein. Köhler

Quelle: Sandra Köhler

Obershagen. "Einen besseren Warmupper hätten wir gar nicht haben können", sagte Homann am Sonnabendabend erschöpft, aber glücklich. Das sahen die Besucher der Aufführung ganz genauso: "Der Hund war der Star", ließ sich vielfach bei den Pausengesprächen vernehmen.

Passend zu Beginn der Darbietung in der vollbesetzten Scheune hatte der Hofhund die Treppe zur Bühne erklommen und war unter dem noch geschlossenen Vorhang hindurchgekrochen. Dort wartete sein Herrchen am Schreibtisch auf die erste Szene. Als der Vorhang sich öffnete, ließ sich der Vierbeiner kurz kraulen und nahm dann auf dem für die Protagonisten vorgesehenen Sofa Platz. Geplant war der tierische Auftritt nicht: "Als wir geprobt haben, hat er sich das nie getraut, weil er es nicht mag, wenn man laut redet", sagte Homann immer noch ganz baff: "Aber er muss gemerkt haben, dass sein Herrchen aufgeregt war und wollte mich beruhigen." 

Auch im Verlaufe des  Stücks ließ sich das neueste Ensemblemitglied der Laienspielgruppe der Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen mehrmals sehen. So etwa in der Szene, bei der Opa Dietrich (Martin Wöhler) die ihm als Pflegerin ans Herz gewachsene Zwangsprostituierte Elena (Antje Dombrowski) per Kauf aus der Hand ihres Zuhälters Luigi (Thomas Graetsch) befreien wollte. "Und jetzt verschwinde und nimm den Hund mit raus", passte Wöhler den Text der Situation spontan an. 

Gerade solche  Herausforderungen und den Umgang damit schätzen die Besucher an den Aufführungen: "Wenn ich etwas Professionelles sehen will, dann kann ich auch nach Hannover zur Bühne fahren", sagt der ehemalige Ortsbürgermeister Walter Hübner durchaus nicht despektierlich. Muhende Kühe, ein Stromausfall oder eine Katze auf der Bühne: All das wirft die Akteure nicht aus dem Konzept. Sich nichts anmerken lassen ist gut, einen Texthänger mit dem Kommentar "Das hatten wir doch eben schon mal" zu kommentieren und in Lacher zu verwandeln dagegen schon hohe Kunst.

Und wenn sich dann noch Lokalkolorit wie mit dem Ausruf "Heilige Bertha Maria" (die 2013 gestorbene Bertha-Maria Dohrmann war Pastorin in Oberhagen und Mitglied der Gruppe)  mit  riesiger Motivation und Spielfreude paart: Dann ist der Abend mehr als gelungen.

Neunte Vorstellung zum Zehnjährigen

"Wir feiern schon unser Zehnjähriges", sagte Antje Dombrowski. Neun Stücke haben die Akteure in dieser Zeit aufgeführt. "Nur als Pastorin Dohrmann gestorben ist, haben wir einmal ausgesetzt."

Beim runden Geburtstag durfte es mit dem etwas derberen Stück um Opa Dietrich,der als Pflegerin aus einem Mißverständnis heraus die reizvolle Prostituierte Elena zugeteilt bekommt, mal etwas anderes sein. "Am Anfang hatten die Stücke ja immer viel mit Kirche zu tun", sagte Dombrowski.

Eigentlich, ja eigentlich hatte die Laienspielgruppe extra nach einem kürzeren Stück gesucht. "90 bis 120 Minuten", sei die Angabe des Herausgebers gewesen. "Aber das passt hinten und vorne nicht", sagte Dombrowski schmunzelnd. Nach zwei Pausen und nahezu drei Stunden endete denn auch der überaus kurzweilige Premierenabend erst kurz vor 23 Uhr. Doch das dürfte keinen wirklich gestört haben.

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Von Sandra Köhler

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