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Landungsbrücke erhält Landesintegrationspreis

Uetze Landungsbrücke erhält Landesintegrationspreis

Die ehrenamtlichen Helfer der in der Flüchtlingsarbeit engagierten Organisation Landungsbrücke sind nach Informationen dieser Zeitung unter den Preisträgern des Landesintegrationspreises. Ministerpräsident Stephan Weil und die Landesmigrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf werden den Preis am 16. November in Hannover übergeben.

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Claudia Ruhs, Vorsitzende des Vereins Landungsbrücke, freut sich über den Preis.

Quelle: Sandra Köhler

Uetze. Obgleich der Verein Landungsbrücke mit der frohen Kunde bis zur Preisvergabe gern noch etwas hinter dem Berg gehalten hätte, macht das Gerücht seit Tagen die Runde in der Gemeinde Uetze. Am Dienstag schließlich wollte die in Burgdorf lebende Landungsbrücke-Vorsitzende Claudia Ruhs dieses Gerücht nicht mehr dementieren.

Die frühere Leiterin der Realschule in Uetze bestätigte auf Nachfrage, dass sie Anfang des Monats Post aus der Staatskanzlei bekommen habe. In dem Brief wie in anschließenden Telefonaten mit dem Büro der Landesmigrationsbeauftragten sei dem Verein unmissverständlich bedeutet worden, dass er sich unter den Preisträgern wähnen dürfe. „Wir wissen, dass wir ausgezeichnet werden sollen, aber noch nicht, welchen Preis wir bekommen“, äußerte sich Ruhs mit der ihr vom Land auferlegten Zurückhaltung.

Dass sich die Landungsbrücke im November eher auf den vorderen Plätzen des mit 24.000 Euro dotierten und bereits zum siebten Mal verliehenen Integrationspreises wiederfinden wird, dafür gibt es eindeutige Signale. So schickte das Land in der vergangenen Woche eigens ein Kamerateam nach Uetze, das die Flüchtlingshelfer bei ihrem Wirken aufnehmen sollte. Der Drehtag dauerte den ganzen Tag. Am Ende sollte dabei ein 90-Sekunden-Beitrag entstehen, der den Gästen der Preisverleihung im Alten Rathaus in Hannover gezeigt werden soll.

Zur Preisverleihung fährt Ruhs nicht allein. Die Landungsbrücke bekam nach ihren Angaben drei Einladungen zugesandt. Somit würden die beiden Flüchtlingspatinnen Ina Bergmann aus Krätze und Ute Barra aus Burgdorf - stellvertretend für alle freiwilligen Flüchtlingshelfer - sie nach Hannover begleiten, sagt Ruhs.

Den Verein Landungsbrücke gibt seit eineinhalb Jahren. Er hat mittlerweile 30 zahlende Mitglieder, von denen sich mehr als 20 in der Flüchtlingssozialarbeit engagieren: Die Flüchtlingspaten geben Deutschunterricht, helfen vielen der aktuell 328 in der Gemeinde Uetze lebenden Flüchtlingen bei der Bewältigung ihres Alltags, bei Arzt- und Behördengängen, bei der Suche nach Praktika und Jobs. Wegen der neuerdings restriktiven Asylvergabe- und Abschiebepraxis vermitteln sie den Betroffenen auch Rechtsanwälte. Denn viele Flüchtlinge seien verzweifelt. „Die Stimmung ist traurig“, beschreibt Ruhs die Situation.

„Vieles wäre ohne die Ehrenamtlichen nicht leistbar“, lobt Dagmar Lindemann, Leiterin des Teams Sozialleistungen im Rathaus. Vor allem die von den Landungsbrücke-Helfern übernommenen Patenschaften seien „eine tolle Sache“.

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