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Wasser fließt von Betriebsgelände

Uetze Wasser fließt von Betriebsgelände

Landwirte sehen sich durch die Regionsverwaltung verunglimpft. Diese hatte nur anhand von Fotos den Schluss gezogen, dass Herbizide, eventuell Glyphosat, den Umweltschaden auf dem früheren Bahndamm bei Dedenhausen verursacht haben, der einst zum heutigen Betriebsgelände der Firma Remondis führte.

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Pfützen stehen vor einer Zufahrt zum Remondis-Betriebsgelände. Sie sind die Reste des Oberflächenwassers, das am Sonnabend vom Firmengelände geflossen ist.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Dedenhausen. "So wird die Landwirtschaft in Verruf gebracht", sagt ein Landwirt. Für ihn drängt sich aufgrund eines Vorfalls am Sonnabend der Verdacht auf, dass die Firma Remondis dafür verantwortlich ist, dass auf der früheren Bahntrasse auf 100 Meter Länge Gras, Büsche und Bäume abgestorben sind.

Am Sonnabendnachmittag hatte er noch einmal den früheren Bahndamm in Augenschein genommen. Da seien nach einem Regenguss schätzungsweise 50.000 Liter Wasser vom Betriebsgelände auf den Bahndamm geströmt. "Eine ganze Stunde lang ist es wie ein Bach geflossen", fügt er hinzu. Das Wasser habe so sehr gestunken, dass er Kopfschmerzen bekommen habe. Der Landwirt vermutet, dass auch schon einmal in den vergangene Wochen Wasser vom Firmengelände auf den Bahndamm gelangt ist.

Er verständigte am Sonnabend die Polizei. Die wiederum alarmierte die Feuerwehr. "Als wir eintrafen, konnten wir nur noch Pfützen sehen", berichtet Gemeindebrandmeister Tobias Jacob. Der Messtrupp der Hänigser Feuerwehr habe Proben gezogen und der Unteren Wasserbehörde zur Verfügung gestellt, die von der Feuerwehr herbeigerufen worden sei. "Die Analyse ist eine Aufgabe für ein Labor", sagt Jacob. Fest stehe bisher nur, dass die Feuerwehr einen erhöhten ph-Wert gemessen habe.

Die Regionsverwaltung bleibt bei ihrer bisherigen Aussage zu dem Umweltschaden auf der früheren Bahntrasse. "Wir gehen weiter davon aus, dass dort Herbizide, eventuell Glyphosat, unsachgemäß ausgebracht wurden", teilt Regionssprecher Klaus Abelmann mit.

Am Sonnabend sei Oberflächenwasser vom Betriebsgelände geflossen. "Es muss nicht kontaminiert gewesen sein", betont Abelmann. Die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde hätten jedenfalls keine beißenden Dämpfe festgestellt.

Für die Ahndung unsachgemäßer Herbizideinsätze ist die Landwirtschaftkammer zuständig. Die könne erst tätig werden, wenn sie offiziell informiert werde, teilte deren Sprecher Walter Hollweg auf Anfrage mit. Das sei bis Montag, 12 Uhr, noch nicht der Fall gewesen.

Ein solches Gespräch habe es erst danach gegeben, berichtet Abelmann. Der Prüfdienst der Landwirtschaftskammer werde spätestens am Dienstag Bodenproben ziehen. Erst wenn die Ergebnisse der Proben vorlägen, wisse man, ob tatsächlich Herbizide den Umweltschaden verursacht haben.

Die Firma Remondis hat bislang keine Stellungnahme zu dem Vorfall am Sonnabend abgegeben.

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Das Oberflächenwasser ist auch auf den ehemaligen Bahndamm geflossen, auf dem schon seit Tagen das Gras abgestorben ist.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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