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Landwirte bringen ihr Geflügel in Sicherheit

Uetze/Lehrte Landwirte bringen ihr Geflügel in Sicherheit

„Seit dem Morgen sind alle Enten, Gänse und Hähnchen drin“, sagte Michael Stolze, dessen Sohn Hendrik den Biobetrieb in Schwüblingsen leitet, am Donnerstagvormittag. Das Veterinäramt hat für alle Geflügelhalter in der Region Hannover eine Stallpflicht verhängt. Sie gilt ab Freitag.

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Diese 120 Enten auf dem Hof Stolze in Schwüblingsen haben bereits ihren mit Stroh ausgelegten Stall bezogen. Diesen dürfen sie nicht mehr verlassen - so sehen es die Auflagen der Region Hannover vor.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Schwüblingsen/Eltze/Immensen. Diese Stallpflicht und strenge Hygienevorschriften sollen die Ausbreitung der gefährlichen Geflügelpest (Vogelgrippe) verhindern. Am Eixer See im Landkreis Peine ist eine tote, mit dem Vogelgrippe-Virus infizierte Wildente gefunden worden. Deshalb wurde von den Veterinärämtern ein Sperrbezirk um die Fundstelle sowie eine Beobachtungszone im Radius von zehn Kilometer rund um den See eingerichtet. In dieser Zone liegen folgende Dörfer: Schwüblingsen, Dollbergen, Dedenhausen, Katensen, Immensen, Arpke, Sievershausen, Hämelerwald, Dolgen und Haimar.

Was Tierhalter zur Vogelgrippe wissen müssen, erfahren Sie hier.

Auf dem ökologisch wirtschaftenden Bauernhof der Stolzes werden Hunderte Enten, Gänse und Masthähnchen tagsüber grundsätzlich unter freiem Himmel gehalten. Damit ist jetzt erst einmal Schluss. Normalerweise teilen sich Enten und Gänse nachts einen Stall. Doch weil das am Tage zu eng für die Tiere wäre, haben Nachbarn Ausweichquartiere für das Geflügel bereitgestellt.

Allerdings mussten diese erst hergerichtet werden. An einem Unterstand wurde sogar eine Holzwand mit Lüftungsgitter hochgezogen. „Ich bin heute um 5 Uhr aufgestanden, was ich sonst nicht mehr mache“, sagte Michael Stolze. „Aber wir wollten so gut wie alles wie fertig haben, bevor mein Sohn zum Wochenmarkt fährt.“ Damit das Geflügel in Sicherheit und gut versorgt ist, bleibe er heute auf dem Hof, statt wie an anderen Donnerstagen zum Markt zu fahren, sagte Michael Stolze. Denn es mussten gestern noch die Wasserversorgung und Futterstellen in den Ausweichquartieren eingerichtet werden.

Weil Schwüblingsen in der Beobachtungszone liegt, gelten dort über die Aufstallungspflicht hinaus weitere Auflagen. So darf in den nächsten 15 Tagen kein Geflügel lebend die Zone verlassen. „Und es dürfen auch keine Küken geliefert werden“, sagt Hendrik Stolze. „Zum Glück haben wir gerade erst am Montag welche bekommen.“

Geschlachtetes Geflügel und Eier dürfen allerdings weiterhin verkauft werden. Der Verzehr ist laut Amtstierarzt Michael Schimanski für den Menschen unbedenklich, wenn alles durchgegart ist.

Jörg Hattendorf aus Immensen hält 5500 Legehennen. Diese werden das ganze Jahr über im Stall gehalten, wo sie sich frei bewegen können. Damit erfüllt sein Betrieb bereits die Aufstallungspflicht. Gleichzeitig hat die Region den Landwirten einen umfangreichen Kanon an Hygienevorschriften zugeschickt. „Die gelten im Prinzip zwar immer, aber wir achten jetzt natürlich noch strenger darauf, dass wir sie einhalten“, sagte Hattendorf. Ihn treibt vor allem die Sorge um, dass Hobby-Geflügelhalter zu lasch mit den Auflagen umgehen könnten. „Wir sitzen alle in einem Boot“, appelliert er an alle, die Auflagen zu befolgen.

Die Landwirtsfamilie Schäfer aus Eltze wirbt damit, dass sie Hühnereier aus Freilandhaltung verkauft. Als sie am Mittwoch im Radio von der Ausbreitung der Vogelgrippe erfahren hatte, hat sie sofort wegen der Ansteckungsgefahr ihre 225 Hühner in einem mobilen Stall eingesperrt. „Die Gesundheit der Hühner geht vor“, sagt Hans-Heinrich Schäfer. Die Haltung im mobilen Stall sei nicht mit einer Käfighaltung vergleichbar. In dem Stall hätten die Hühner einen Bereich, wo sie scharren könnten.

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Michael Stolze schaut auf den provisorischen Entenstall, den er und sein Sohn am frühen Donnerstagmorgen hergerichtet haben. Sie haben den offenen Schuppen auf dem Nachbarhof mit einer Holzwand samt Lüftungsgitter versehen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Von Anette Wulf-Dettmer und Friedrich Wilhelm Schiller

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