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Frische Milch gibt es an der Tankstelle

Uetze Frische Milch gibt es an der Tankstelle

„Wir haben jetzt das Gefühl, den Milchpreis ein bisschen selbst bestimmen zu können“, sagt die Uetzer Landwirtsfrau Inge Bode. Sie und ihr Mann haben angesichts der Milchpreiskrise eine Milchtankstelle eröffnet und sind von der bisherigen Nachfrage positiv überrascht.

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Heiner Bode zeigt, wie man an seinem Automaten frische Milch zapft.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze/Immensen. Seit zwei Jahren subventionieren wir die Milchviehhaltung mit dem Kartoffelanbau“, sagt Heiner Bode. Im Mai habe er von der Molkerei 22,5 Cent je Liter bekommen. „Die Produktionskosten liegen aber bei 36 Cent je Liter“, berichtet der Landwirt. Daher hatten er und seine Frau schon überlegt, die Milchkühe abzuschaffen. Doch dann entschieden sie, sich einen zusätzlichen Absatzweg zu erschließen. Sie hatten zunächst gezögert, ob sie die Investition von rund
25 000 Euro wagen sollten.

Die Bodes mussten nicht nur einen Milchautomaten installieren, sondern auch einen Anbau dafür mauern. Außerdem mussten sie Milchflaschen kaufen. Eine einmalige Ausgabe war für die Nutzung des Namens Milchtankstelle fällig. Für Strom, Wasser und ein spezielles Reinigungsmittel fallen laufende Kosten an. Hinzu kommt der zusätzliche Arbeitsaufwand von täglich eineinhalb Stunden für das Befüllen und Reinigen des Automaten.

„Damit sich der Automat amortisiert, müssen wir 30 Liter am Tag verkaufen“, sagt Heiner Bode. Am zweiten Tag nach der Eröffnung war der Automat einmal kurze Zeit leer. Da hatten ihn die Bodes nur mit 40 Litern gefüllt, weil sie noch nicht die Nachfrage einschätzen konnten.

„Anfang der Woche verkaufen wir 20 bis 40 Liter am Tag. Von Donnerstag bis Sonntag sind es 50 bis 80 Liter. Wenn es so bleibt, geht unsere Rechnung auf“, zieht Heiner Bode eine positive Zwischenbilanz. Das Lob von Kunden empfindet Inge Bode als Bestätigung ihrer Arbeit. „Das ist die beste Milch, die man hier im Umkreis bekommt“, sagt Matthias Gaulke. Seine Frau Daniela Gaulke hält den Preis von einem Euro je Liter für gerechtfertigt: Denn von dem Geld, das die Molkereien zahlten, könnten die Milchbauern nicht mehr existieren.

Bereits seit einem Jahr hat der Immenser Landwirt Jörg Hattendorf einen Milchautomaten in seinem Selbstbedienungshofladen stehen. Auch er erhält von seinen Kunden positive Rückmeldungen. „Das ist etwas anderes als die ultrahocherhitzte Milch aus dem Supermarkt“, sagt er.

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