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Lorenz fordert Schadensersatz fürs Waldlager

Uetze Lorenz fordert Schadensersatz fürs Waldlager

Die Vergangenheit holt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein. Die Firma Lorenz Bahlsen Snack World verklagt den Bund vor dem Bonner Landgericht wegen des verseuchten Waldlagers bei Hänigsen auf Schadensersatz. Im Boden des Geländes ist das Gift Arsen.

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Die Lagerhäuser der früheren Heeresmunitionsanstalt auf dem Gelände des Waldlagers sind drei Stockwerke hoch.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen. 1990 hatte der Bahlsen-Konzern das 12,6 Hektar große Areal vom Bund erworben. Als sich 1999 die Lorenz Bahlsen Snack World von Bahlsen abspaltete, ging das Waldlager, das ursprünglich Heeresmunitionsanstalt war, in das Eigentum der neuen Firma über.

Nach Ansicht des jetzigen Eigentümers hätte der Bund 1990 auf die Arsenbelastung des Geländes hinweisen müssen. Mehr als eine halbe Million Euro Schadensersatz will Lorenz vom Bund haben, weil eine Sanierung 880.000 Euro und die Bewachung und Einzäunung des Geländes noch einmal 180.000 Euro kosten. Lorenz hält sich mit Äußerungen zurück: "Wir möchten dem nichts weiter hinzufügen", sagt Firmensprecherin Kathrin Urbach.

1937 hatte die Wehrmacht Produktions- und Lagerhallen für die Fertigung von Munition im Waldgebiet Brand gebaut. Im Juli 1938 begann die Produktion. Wegen Fliegerangriffen wurde sie 1944 ins Bergwerk Riedel verlegt.

Daraufhin richtete der Wehrkreis-Sanitätspark XI in den Gebäuden im Wald ein Depot ein. "Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches im Mai 1945 nannten es die Briten in Sanitätsdepot Hänigsen um. Es versorgte bis 1949 Krankenhäuser in Niedersachsen mit Sanitätsmaterial", kann man in der Hänigser Ortschronik nachlesen. Nach Medienberichten sollen die Briten das Areal auch genutzt haben, um Kampfstoffe unschädlich zu machen.

1949 pachtete Bahlsen das frühere Muna-Gelände und richtete dort ein Lager für Backzutaten und andere Dinge ein. Wegen der Lage im Wald bürgerte sich der Name Waldlager ein. 1990 kaufte Bahlsen das Gelände. Doch nach wenigen Jahren benötigte das Unternehmen das Lager nicht mehr.

1997 nahm das niedersächsische Umweltministerium eine Gefährdungsabschätzung für Verdachtsstandorte für Rüstungsaltlasten vor. Es stellte damals nur eine geringe Belastung des Bodens im Waldlager fest.

Allerdings traten einige Jahre später Kampfstoffreste wie Phosphor offen zutage. Daher ließ Lorenz das Gelände 2012/13 sanieren. 973 Kilogramm Erdreich mit Chemikalienrückständen wurden nach Munster zur Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen gebracht. Auch noch danach wurde Arsen in unterschiedlicher Konzentration im Boden und im Grundwasser nachgewiesen. 2015 hatte der SPD-Regionsabgeordnete Jürgen Buchholz auf eine Anfrage zur Antwort bekommen, dass bei einer erneuten gewerblichen Nutzung eine weitere Sanierung erforderlich werden könnte. 

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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