Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Wer zieht in die Stötznerschule ein?

Uetze/Burgdorf Wer zieht in die Stötznerschule ein?

Die Region Hannover will die Stötznerschule in Uetze möglicherweise reaktivieren. In das Gebäude könnten fünf Klassen der Förderschule Am Wasserwerk aus Burgdorf einziehen. Allerdings möchte auch die Gemeinde das Gebäude für ihre Mitarbeiter nutzen.

Voriger Artikel
Nach Hauseinbruch auch noch Touareg geklaut
Nächster Artikel
Der Vater der Kleinen Umwelttage sagt ade

Möglicherweise wird in der imposanten Stötznerschule bald wieder das Lachen von Kindern erklingen. Die Region prüft, das Gebäude als Schule zu reaktivieren - zumindest für ein paar Jahre.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze/Burgdorf. Bislang plant die Uetzer Gemeindeverwaltung, das Erdgeschoss des ehrwürdigen Schulgebäudes, das teilweise unter Denkmalschutz steht, so umbauen, dass dort circa 13 Büroarbeitsplätze entstehen. Hintergrund ist die Raumnot im Uetzer Rathaus. Dort sind deshalb bereits in den beiden großen Sitzungsräumen Arbeitsplätze für die Mitarbeiter eingerichtet worden.

Doch seitdem die Region prüft, ob sie das Schulgebäude für die Förderschule Am Wasserwerk nutzen kann, ruht der Bauantrag für den Umbau der Stötznerschule, den die Gemeinde Uetze Mitte Januar bei der Region gestellt hat – vorerst für drei Monate.
Laut Frank Hacke, Leiter des Eigenbetriebs Gebäudeservice und Bauhof Uetze, prüft die Region derzeit, ob sie das Schulgebäude für einen Übergangszeitraum von zwei bis drei Jahren als Außenstelle der Burgdorfer Förderschule für Geistige Entwicklung nutzen kann. Die Jungen und Mädchen der Schule Am Wasserwerk würden dann solange in Uetze unterrichtet, bis der geplante Erweiterungsbau am Burgdorfer Standort bezogen werden kann.

Momentan nutzen die fünf Klassen Räume der Prinzhornschule in Burgdorf. Die Stadt Burgdorf hat diesen Nutzungsvertrag jedoch gekündigt. Denn sie möchte das Grundstück für den Erweiterungsbau ihrer IGS nutzen. Hacke plädiert dafür, trotz der eigenen Raumprobleme die Stötznerschule für einen befristeten Zeitraum der Region zur Verfügung zu stellen, wenn sie denn geeignet ist.
Hacke möchte diese unerwartete Verzögerung nutzen, um zu prüfen, ob „eine ganzheitliche Nutzung“ der ehemaligen Schule als Verwaltungsgebäude möglich ist. Im Erd- und ersten Obergeschoss könnten laut Hacke Arbeitsplätze für die Verwaltung entstehen. Das zweite Obergeschoss könnte als Archiv und Lager genutzt werden.

Hacke schlägt vor, bei einem externen Planungsbüro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Von zentraler Bedeutung wird dabei die technische Infrastruktur des Gebäudes sein, das in den Jahren 1906 und 1952 entstanden ist. Darüber hinaus ist laut Hacke eine konkrete Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und der Bauaufsicht „zwingend notwendig“, damit am Ende eine genehmigungsfähige Vorplanung inklusive einer konkreten Abschätzung der Investitionskosten auf dem Tisch liege.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Werner Backeberg bietet die Stötznerschule mit ihren drei Geschossen plus Dachgeschoss genug Platz, um dort das ganze Rathaus unterzubringen. „Das ist ein riesiger Komplex, der Versicherungsneuwert liegt bei 3,6 Millionen Euro.“

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde soll in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. März, entscheiden, ob eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird.

SPD: Politik muss sich an die Vereinbarung mit Investor halten

Die SPD-Ratsfraktion fordert ein Nutzungskonzept für die gesamte Stötznerschule. Einen entsprechenden Antrag hat der Fraktionsvorsitzende Ernstfried Langer im Januar eingebracht. Bislang wurde dieser in den Ratsgremien aber noch nicht diskutiert. In dem Antrag schreibt Langer: „Die weitere Nutzung der Stötznerschule soll in ihrer Gesamtheit überprüft und überplant werden, dabei sind die Herstellungskosten bezüglich einer möglichen dauerhaften Nutzung durch die Verwaltung abzuschätzen.“

Bis zu einer Entscheidung, ob die Gemeinde die Stötznerschule langfristig nutzt, sieht die SPD die Verwaltung und die Politik in der Pflicht, ihrer Absichtserklärung gegenüber der Firma Rahlfs Immobilien nachzukommen. Diese hat aufgrund der Absichtserklärung die Räume in dem Büro- und Wohnhaus, das an der Kaiserstraße entsteht, nach den Wünschen der Gemeinde ausgebaut. Man stehe beim Investor im Wort. Er sei der Gemeinde bereits weit entgegenkommen, indem er einem Mietvertrag über nur fünf Jahre zugestimmt habe, sagt Langer. Üblich ist bei Immobilien, die nach Vorgaben des Mieters gebaut werden, eine Mietdauer von mindestens zehn Jahren.

Die CDU-Ratsfraktion mit ihren Mehrheitspartnern möchte den Mietvertrag aber offensichtlich gar nicht mehr unterschreiben. Die Vereinbarung mit Rahlfs war bereits vor der Kommunalwahl im September 2016 getroffen worden. Die CDU hatte sich damals bei der Abstimmung enthalten.

„So kann man mit Investoren nicht umgehen, auch wenn sich die politischen Verhältnisse geändert haben. Außerdem brauchen wir jetzt die Räume“, sagt Langer. „Denn die Unterbringung der Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus ist unzulänglich und entspricht nicht den rechtlichen Vorgaben.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xoiiwj947d10taqldae
Schon vor Christi eine beliebte Wohngegend

Fotostrecke Uetze: Schon vor Christi eine beliebte Wohngegend