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Uetzer Kindergärten schreiben Sprache groß

Uetze Uetzer Kindergärten schreiben Sprache groß

Mit der Kita Storchennest hat die Gemeinde Uetze jetzt vier Kindertagesstätten, die Teil des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ sind. Die Förderung von Sprache im Alltag ist aber bereits seit Langem in allen Uetzer Kitas geübte Praxis.

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Villa Kunterbunt-Leiterin Astrid Reucker (von links), die pädagogische Leiterin des Familienhauses Anna Moor, Sprachförderkraft Andrea Brüning am Familienhaus, die Leiterin des Teams Kita, Familie und Senioren der Gemeinde Uetze Tamara Möller, die Sprachfachkraft an der Kita Storchennest Sophie Reßler, Christiane Kurmes, Sprachfachkraft an der Villa Kunterbunt und der Kita Buddelkiste sowie die Leiterin der Kita Storchennest Irmi Görtzen sind die Fachfrauen für Sprachförderung im Alltag.

Quelle: Sandra Köhler

Uetze/Hänigsen. Uetze. Mit der Kita Storchennest hat die Gemeinde Uetze jetzt vier Kindertagesstätten, die Teil des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ sind. Die Förderung von Sprache im Alltag ist aber bereits seit Langem in allen Uetzer Kitas geübte Praxis. Neben der Villa Kunterbunt, der Kita Buddelkiste und dem Familienhaus Uetze bekommt nun auch die Kita Storchennest eine zusätzliche Sprachfachkraft durch das Bundesprogramm. Jeweils 19,5 Stunden in der Woche unterstützen Andrea Brüning das Familienhaus und Sophie Reßler die Kita Storchennest. Christiane Kurmes ist mit jeweils einer halben Stelle in der Villa Kunterbunt und der Buddelkiste vertreten. Zusätzlich werden die Uetzer Sprach-Kitas von der beim Kirchenkreis Burgdorf angestellten Fachberaterin Susanne Westphal begleitet.

„Es profitieren alle Kindergärten der Gemeinde“, sagt Tamara Möller, Leiterin des Teams Kita, Familie und Senioren. Die zusätzliche Fachkraft gibt den Uetzer Sprach-Kitas die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte zu setzen und gezielt neue Angebote zu schaffen – die wiederum an die anderen Einrichtungen vermittelt werden können, die sie an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen. Schließlich ziehen die Kitas in puncto Sprache ohnehin seit Jahren an einem Strang und tauschen sich regelmäßig aus.

Sie haben vor dem 2016 initiierten und bis 2020 laufenden Bundesprogramm bereits mit dem Heidelberger und dem KIK-Programm, begleitet von Elke Salewski, die Basis für einen gemeindeweiten Qualitätsstandard der Sprachförderung gelegt, die allen Kindern zugute kommt, weil sie sich nicht mit speziellem Material an ausgewählte Gruppen wendet. Vielmehr werden individuelle Alltagssituationen in den Kitas zum Gespächsanlass, an dem sich alle beteiligen können. Ein Beispiel gibt Andrea Brüning: „Wir hatten den Kontaktbeamten zur Verkehrserziehung in der Einrichtung. Plötzlich gab es einen Ansturm von Schwimmbadbesuchern vor dem Familienhaus. Da sind wir mit den Kindern in Gespräch gekommen. Sie erzählten, wann und wie sie mit ihren Familien schon im Schwimmbad waren. Ob sie den Weg allein kennen. Und wo man genau aufpassen muss im Straßenverkehr.“

Die Sprach-Kitas im Einzelnen

Kita Storchennest: „Wir haben rund ein Drittel Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt Kita-Leiterin Irmi Görtzen. Gearbeitet wird nach einem offenen Konzept, bei dem sich die Kinder für einen der angebotenen Funktionsbereiche entscheiden können. „Deshalb haben wir ein Sprachlabor eingerichtet, in dem sich alles um lesen, schreiben, Sprechen und verstehen dreht“, sagt Sprachfachkraft Sophie Reßler. Mit 23 Neuanmeldungen zum
1. August steht für sie zunächst im Vordergrund, sich einen Überblick über den Entwicklungsstand aller Kinder zu verschaffen. „Dann können wir neue Projekte angehen.“

Familenhaus Uetze: Das Familienhaus wurde 2011 noch als Kita Hexenhaus am alten Standort ins Bundesprogramm „Offensive frühe Chancen“ für Kitas mit den Schwerpunkten Sprache und Integration aufgenommen. Die Erzieherinnen arbeiteten mit den Krippenkindern nach dem Konzept „Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten“ des Deutschen Jugendinstituts und wurden dann als sogenannte Konsultationskita für Sprachentwicklung anerkannt. „Wir sind seit der ersten Welle dabei“, sagt die pädagogische Leiterin Anna Moor. Das Familienhaus arbeite daran, den Erzieherinnen noch mehr Wege aufzuzeigen, wie sie in den Alltag integrierte Sprachbildung umsetzen können – etwa mit Gastreferenten zu Migration und Elternarbeit oder per Selbstreflexion mittels Video.

Villa Kunterbunt: Einen „ausgesprochen hohen Migrationsanteil“ bescheinigt Leiterin Astrid Reucker ihrer Einrichtung. „Doch auch in deutschen Familien gibt es große Sprachschwierigkeiten durch alle Schichten hindurch“, sagt sie. Daher setzt das Kita-Team stark auf die Sprachbildung, um Kinder mit speziellen Angeboten im Alltag zu unterstützen. Sprachfachkraft Christiane Kurmes ist an zwei Tagen in der Woche vor Ort. Sie stellt die Kleingruppenarbeit in den Vordergrund, wenn die Kinder sehr zurückhaltend sind, wenig oder kein Deutsch verstehen: „Wenn sie sich in der kleinen Gruppe sicher fühlen, gehen sie auch außerhalb dieser mehr auf Kinder zu, mit denen sie in der kleinen Gruppe zu tun hatten.“

Buddelkiste: Auch diese Kita betreut Kurmes als Sprachfachkraft. Sie gibt ihren Kolleginnen Anregungen, die sie selbstständig in den Gruppen umsetzen können. Wichtig seien auch die monatlichen Besprechungen im Mitarbeiterkreis, bei denen es sich zwei Stunden nur um das Thema Sprache und dessen praktische Umsetzung dreht.

Von Sandra Köhler

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