Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Mühle Amme war einst Uetzes größter Arbeitgeber

Uetze Mühle Amme war einst Uetzes größter Arbeitgeber

Die Mühle Amme war nicht nur Mahl- und Sägemühle, sie versorgte vor 100 Jahren den Ort auch mit Strom. Um 1900 beschäftigte sie rund 30 Arbeitskräfte.

Voriger Artikel
IGS in Uetze wünscht sich eine Oberstufe
Nächster Artikel
FDP lehnt Personalkostenzuschuss für VVV ab

Dieses Foto ist um 1900 aufgenommen worden und zeigt die damalige Belegschaft der Mahl- und Sägemühle Amme.

Quelle: Heimatbund Uetze

Uetze.  Dort, wo sich heute Gäste des Cafés Zur Alten Wassermühle Kaffee und Kuchen genießen, stand einst ein Sägewerk. Es gehörte zur benachbarten Mühle Amme. Sie ist das größte erhaltene historische Industriegebäude in Uetze und heute eine betreute Wohnanlage.

Um 1900 war die Mahl- und Sägemühle Amme größter Arbeitgeber in Uetze. Auf einem Foto der Belegschaft, das vor dem Sägewerk aufgenommen wurde, sind rund 30 Arbeitskräfte abgebildet. „Es waren nicht nur Müller und Sägewerker beschäftigt“, stellt der Uetzer Heimatbundvorsitzende Peter Doms beim Betrachten des Bildes fest, das zum Fundus der Heimatstube in der Olen Dorpschaule gehört. Im Büro habe das Unternehmen sogar Kaufleute ausgebildet, sagt Doms.

Diese Rechnung stellte das Elektrizitätswerk Amme 1924 für die Schulgemeinde Uetze aus

Diese Rechnung stellte das Elektrizitätswerk Amme 1924 für die Schulgemeinde Uetze aus.

Quelle: Heimatbund Uetze

Die Wassermühle war früher auch Elektrizitätswerk – auch heute wird dort wieder Strom aus Wasserkraft gewonnen. Laut der Homepage der betreuten Wohnanlage hat eine Turbine ab 1894 mit dem Wasser der Fuhse Strom erzeugt. Sie produzierte nicht nur Strom für den Eigenverbrauch zum Mahlen und Sägen. Sie versorgte auch Uetze mit Strom. Mehrere Stromrechnungen bewahrt der Heimatbund in der Olen Dorpschuale auf. So auch eine über 2,05 Mark an die Schulgemeinde vom 5. April 1924. Sie musste vier Kilowattstunden Strom à 45 Pfennig und die Zählermiete in Höhe von 25 Pfennig für einen Monat bezahlen.

Eine Aufnahme von 1925 zeigt das Sägewerk in vollem Betrieb. Die Arbeitskräfte schoben auf Loren die Holzstämme in die Sägemühle. Der Holzlagerplatz war auf dem Grundstück Schünebuschstraße 9, auf dem seit den Achtzigerjahren das Fachwerkensemble der Familie Cosack steht. Das Sägewerk verarbeitete gemäß der Uetzer Ortschronik jährlich 2000 bis 3000 Festmeter Holz. 1962 stellte es den Betrieb ein.

Diese Aufnahme von 1925 zeigt das Sägewerk in vollem Betrieb

Diese Aufnahme von 1925 zeigt das Sägewerk in vollem Betrieb.

Quelle: Heimatbund Uetze

„Seit 1771 war die Mühle in Besitz der Familie Amme“, sagt Wolfgang Braatz, Archivar des Heimatbunds. Sie gehörte ursprünglich zum Uetzer Gut, dem Junkernhof. Die Ammes pachteten sie zunächst. 1842 ging sie in deren Eigentum über. Beim großen Uetzer Brand 1863 wurde die Mühle ein Opfer der Flammen. Der Wiederaufbau zog sich bis 1868 hin. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte die Mühle Amme zu den größten Mühlen in Norddeutschland. Die Mahlkapazität lag bei 20 Tonnen Mehl täglich. Sie belieferte Bäckereien und den Lebensmittelhandel im Umkreis von 50 Kilometern. Trotzdem entging sie nicht dem Mühlensterben im vorigen Jahrhundert. Am 30. September 1972 wurde das letzte Mehl gemahlen.

Die Mühle Amme ist heute eine betreute Wohnanlage

Die Mühle Amme ist heute eine betreute Wohnanlage.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Der Uetzer Arzt Karl-Heinz Schwandt erwarb 2001 das Mühlengelände. Die von ihm gegründete Wassermühle Uetze GmbH & Co. KG begann ein Jahr später mit der Sanierung des Fachwerkbaus und eröffnete 2005 die betreute Wohnanlage.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x7t6nw5xc5pbtgb8j6
Laternen und Fackeln ziehen durch Krätze

Fotostrecke Uetze: Laternen und Fackeln ziehen durch Krätze