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Muslime tanzen in der Kirche

Uetze Muslime tanzen in der Kirche

Muslime aus dem Irak tanzen in einem evangelischen Gotteshaus zu jesidischer Musik. Das Fest der Kulturen in der Uetzer Johannes-der-Täufer-Kirche, zu dem die Kirchengemeinden und die Gemeinde Uetze eingeladen hatten, machte es möglich. Mehr als 150 Menschen - darunter viele Flüchtlinge - waren der Einladung gefolgt.

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Flüchtlinge, die derzeit in der Stötzner-Schule leben, tanzen in der Kirche mit in Uetze wohnenden Jesidinnen zu jesidischer Musik.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. „Viele von Ihnen sind hier in unserer Gemeinde, weil sie Zuflucht vor Verfolgung, Krieg und Terror gesucht haben“, sprach Bürgermeister Werner Backeberg die Flüchtlinge direkt an. Die Antwort auf diese Situation könne nicht Terror, sondern müsse Demokratie und ein Miteinander sein. „Diese Veranstaltung ist eine Chance, etwas über andere Religionen zu erfahren, und soll Vorurteile abbauen“, sagte Kirchenvorsteher Uwe Hoffmann.

Die in Uetze lebenden Kurdinnen Zarik Talu, Seyri Omer und Nakise Vakur stellten das jesidische Fest Cejna Ezi vor. „Es ist für uns das wichtigste Fest. Es ist dem Weihnachtsfest der Christen gleichzusetzen“, berichteten die Jesidinnen. Es werde immer an einem Freitag gefeiert und falle in diesem Jahr auf den 18. Dezember. Während des Festes äßen die Jesiden Lamm- und Hähnchenfleisch. Die Kinder bekämen Geschenke.

Als nach dem Vortrag jesidische Musik erklang, tanzten dazu spontan Hussein Mohamad Tahsin und andere Flüchtlinge aus dem Irak, die eine vorübergehende Bleibe in der Erstaufnahme in der Stötzner-Schule gefunden haben. Zuvor hatte sich Tahsin für die Aufnahme in Deutschland bedankt.

Über das islamische Neujahrsfest und andere muslimische Feste berichtete der Afghane Jawed Noori aus Hänigsen. Am Feiertag Mawlid al-Nabi feiere man den Geburtstag des Propheten Mohammed. „Ramadan, der Monat des Fastens, endet mit dem Fest des Eid al-Fatir“, sage Noori. Dann zögen die Muslime ihre schönsten Kleider an und schmückten ihre Häuser mit Lichtern. Eid al-Adha oder das Opferfest falle mit dem Abschluss der alljährlichen Hadsch, der Wallfahrt nach Mekka, zusammen und werde auf aller Welt auch von denen gefeiert, die keine Hadsch machten.

Aufgrund des Miteinanders in der Johannes-der-Täufer-Kirche könnten Uetzer und Migranten neue Feste kennenlernen, sagte Dagmar Lindemann, Leiterin des Teams Soziales im Rathaus. Sie riet allen: „Lassen Sie sich darauf ein!“

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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