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Naturfilmer setzen die Fuhse in Szene

Uetze Naturfilmer setzen die Fuhse in Szene

"Den Blutweiderich nehme ich noch auf", sagt der Naturfilmer Hans-Jürgen Sauer zu seiner Frau Heidrun und postiert seine Videokamera am Wegrand an der Fuhse-Brücke bei Benrode. Die beiden Braunschweiger sind derzeit im Raum Uetze unterwegs. Sie drehen einen Film über die Fuhse.

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Heidrun und Hans-Jürgen Sauer machen Filmaufnahmen an der Fuhse bei Benrode.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Gefilmt haben die Sauers zum Beispiel schon den renaturierten Altarm bei Benrode, einen Graureiher in der benachbarten Flutmulde und den Schlauchturm mit dem Storchennest in Uetze. „Der schönste Abschnitt der Fuhse ist in der Herrschaft. Da schlängelt sie sich durch den Wald, und sie ist dort noch naturbelassen", stellt Hans-Jürgen Sauer fest. Ansonsten sei sie von der Quelle am Oderwald bis zur Mündung in die Aller am Celler Stadtrand begradigt worden.

Er und seine Frau wollen nicht nur die Natur links und rechts des Flusses, sondern auch die Geschichte und die Kultur zeigen. Ein kulturelles Highlight an der Fuhse ist nach den Worten des 78-Jährigen das 421 Jahre alte Zweiständerhaus in Wackerwinkel: „Wir haben gehört, dass es das besterhaltene Hallenhaus in der Region Hannover ist."

Die Sauers bedauern, dass die Eltzer Mühle nicht mehr frei zugänglich ist. „Wir hätten gern das Mühlrad in Betrieb aufgenommen", sagt Hans-Jürgen Sauer. An der Mühle haben sie vor zwei Jahren Aufnahmen gemacht, als sie einen Film über die Erse gedreht haben. Diese Szenen wollen sie jetzt übernehmen. Sie haben bereits an rund 20 Flüssen ihr Material produziert – außer an der Erse unter anderem an der Oker, der Schunter, der Lachte und der Ise.

Bevor sie einen Fluss in Szene setzen, schreiben sie ein Drehbuch. „Wir gehen immer von der Quelle bis zur Mündung und fangen im Frühjahr an", berichtet Hans-Jürgen Sauer. Im Oberlauf trockneten kleine Flüsse manchmal im Sommer aus. Außerdem habe man im Frühling mehr freie Sicht. Dann ließen sich zum Beispiel Vögel in den Baumkronen ablichten, weil die Bäume noch kein Laub haben.

Um bestimmte Tiere zu filmen, benötigten sie viel Geduld, sagt Heidrun Sauer. Manchmal müssten sie den ganzen Tag an einer Stelle ausharren, um Vögel oder Säugetiere vor die Linse zu bekommen. „Wenn man ein Buch mitnimmt, geht das", erzählt die Braunschweigerin.

„Ich bin Angler und habe mich schon immer für die Natur interessiert", sagt ihr Mann. Seit er Rentner sei, drehe er die Flussfilme. „Ich finde es interessant, mit den Leuten zu reden, wenn wir Aufnahmen machen", erzählt Heidrun Sauer. Während der Gespräche erhielten sie und ihr Mann wissenswerte Informationen über die Ortschaften und den Fluss.

Nach Hans-Jürgen Sauers Angaben kommen im Laufe eines Jahres rund sechs Stunden Filmmaterial zusammen. „Nach dem Schneiden sind die Filme 20 bis 30 Minuten lang", erzählt der Braunschweiger. Der über die Fuhse werde etwa 30 Minuten dauern, weil der Fluss mit fast 100 Kilometern relativ lang sei.

Die Sauers führen ihre Filme überwiegend bei Veranstaltungen von Heimatvereinen vor. Anschließend stellen sie sich einer Diskussion. „Da wird immer viel gefragt", sagt Heidrun Sauer.

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Während Hans-Jürgen Sauer einen Graureiher filmt, wirft seine Frau Heidrun einen Blick ins Drehbuch.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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