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Reparatur eines Schildbürgerstreichs

Dollbergen Reparatur eines Schildbürgerstreichs

Eine Lösung für die Anlieger des Pröbenwegs, vor deren Haustür täglich viele Lastwagen und schwer beladene Treckergespanne vorbeifuhren, war lange nicht in Sicht. Doch seit Kurzem führt eine neue Straße samt Lärmschutzwall nach Dollbergen
hinein, und der Pröbenweg ist nur noch Wohnstraße.

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Geben die neue Straße in Dollbergen offiziell für den Verkehr frei: Bürgermeister Werner Backeberg (von links), Marion Strehlow von der Landesverkehrsbehörde, Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region, und Friedhelm Fischer von der Landesverkehrsbehörde.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dollbergen. Gelungen sei das, weil die Gemeinde Uetze, die Region Hannover und die Landesverkehrsbehörde zusammengearbeitet hätten, statt sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben, hieß es gestern bei der offiziellen Eröffnung der neuen Einfallstraße nach Dollbergen. „Es ist etwas Besonderes, dass drei Ebenen das Problem gemeinsam gelöst haben“, sagte Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region.

Die Gemeinde Uetze hatte zunächst versucht, den Pröbenweg, der die Umgehungsstraße im Zuge der L 387 mit der innerörtlichen Bahnhofstraße verbindet, der Region zu übertragen. Doch die habe abgelehnt – wegen der Streitigkeiten, erinnerte Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg, den das Problem seit seinem Amtsantritt 2001 begleitete. Zu der Zeit schwelte der Konflikt schon fünf Jahre.

Zahlreiche Anlieger des Pröbenwegs waren den Lärm und die Vibration, die vom Schwerlastverkehr zu und von den großen landwirtschaftlichen Vermarktungsunternehmen Groka und Deyerling ausgingen, leid. Sie verlangten Abhilfe. Denn beim Bau des Pröbenwegs war der Baufirma ein Messfehler unterlaufen, sodass die Straße etwas näher an den Häusern vorbeiführte als geplant.

Weil die Firma aber inzwischen pleite gegangen war, war guter Rat teuer: Wer sollte die Korrektur bezahlen? Doch Gemeinde, Region, Landesverkehrsbehörde fanden auch dafür gemeinsam eine Lösung: „Wir haben uns die Kosten brüderlich geteilt“, sagte Backeberg, der von einem geglückten Bauprojekt sprach. Denn die Straße werde nicht nur einen positiven Effekt auf die Verkehrsberuhigung in Dollbergen haben, sondern koste auch viel weniger als geplant.

Die Gemeinde hatte für das Projekt eine Million Euro in ihren Etat eingestellt. Die Gesamtkosten – Planung, Bau und Nebenarbeiten – waren mit rund 1,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Gekostet hat das Projekt schließlich die Hälfte, rund 750.000 Euro, die reinen Baukosten belaufen sich auf 441.000 Euro. Die Gemeinde trägt etwas mehr als 200.000 Euro, die Region knapp 200.000 Euro und das Land den Rest.

Sie wundere sich, dass die Einfallstraße in den Ort damals überhaupt direkt am Wohngebiet gebaut wurde, sagte Marion Strehlow von der Landesverkehrsbehörde gestern bei der kleinen Feierstunde am Straßenrand. Solch eine Straße dann auch noch zur Kreisstraße machen zu wollen, das sei schon eine „recht mutige“ Idee gewesen, ergänzte Franz ironisch. Jürgen Buchholz, Regionsabgeordneter und ehemaliger Ortsbürgermeister Dollbergens, nannte die Planung dann auch eine „Verkettung von mehreren Missverständnissen“.
„Die neue Straße sieht hingegen so aus, als ob sie schon immer da gewesen ist. Weil es logisch ist, dass sie dort lang läuft“, sagte Franz.

Neubaugebiet: Erschließung beginnt in Kürze

Am westlichen Ortseingang Dollbergens ist, sozusagen als Zugabe zur neuen Einfallstraße, hinter dem Lärmschutzwall ein kleines Baugebiet entstanden. „Mit dem Einnahmen aus dem Landverkauf haben wir unseren Anteil am Straßenneubau finanziert“, sagte Bürgermeister Werner Backeberg.

Alle neun Grundstücke sind laut Klaus Friedrichs, Projektleiter der HRG Hannover Region, die das Bauland vermarktet, vergeben. Demnächst könne mit dem Bau der Einfamilienhäuser begonnen werden. „Wir haben inzwischen den Wasserverband Peine beauftragt, die Schmutzwasseranschlüsse zu erstellen, und den Auftrag für den Bau der provisorischen Grundstückszufahrten vergeben.“ Die Arbeiten sollen Mitte Oktober starten.

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Endlich Ruhe für die Anlieger des Pröbenwegs (rechts): Die Einfallstraße nach Dollbergen, auf der viele schwere Treckergespanne und Lastwagen unterwegs sind, verläuft jetzt hinter einem Lärmschutzwall (links).

Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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