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Landwirte haben Angst um ihre Tiere

Uetze Landwirte haben Angst um ihre Tiere

Schafhalter aus Obershagen haben Angst um ihre Herden. Der Grund: In der Nacht zu Dienstag sind in der Nähe der Aussiedlerhöfe in den Osterwiesen auf einer Weide drei Kamerunschafe des Nebenerwerbslandwirts Tobias Hartmann gerissen worden - von einem Wolf oder einem wildernden Hund.

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Michael Kages Schafherde weidet derzeit in der Nähe des Obershagener Dorfrands.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Obershagen. Für den Schafzüchter Michael Kage sind die gerissenen Kamerunschafe "eine Katastrophe". "Wenn es tatsächlich ein Wolf war, weiß er jetzt, dass er bei uns sehr leicht an Futter kommt", gibt der Obershagener zu bedenken. Dann werde es weitere Vorfälle geben.

Kage pfercht seine 750-köpfige Schafherde mit Elektrozäunen ein. Im vorigen Jahr habe er 4000 Euro in neue Zäune investiert. "Im Moment helfen sie vielleicht", sagt er. Einen dauerhaften Schutz vor dem Wolf biete wohl nur ein ausgebildeter Herdenschutzhund. Deshalb überlege er, sich einen solchen Hund zuzulegen. "Das ist aber auch wieder mit immensen Kosten verbunden", gibt Kage zu bedenken.

Auf ihrem Aussiedlerhof in den Osterwiesen hält die Familie Müller zwölf Schafe. Auch wenn diese direkt am Haus weiden, macht sich Ernst-August Müller um sie Sorgen. "Man muss immer damit rechnen, dass ein Wolf sie reißt. Der Wolf ist ein wildes Tier. Ein Schaf kann er leichter als ein Reh jagen", sagt Müller.

"Meine Schafe haben alle Lämmer. Deshalb habe ich sie noch im Stall", berichtet Müllers Nachbarin Katja Beneke. Sie hätten spezielle Schafnetze aufgebaut als Schutz vor Wölfen. "Trotzdem ich traue mich nicht, die Schafe nach draußen zu lassen", sagt Katja Beneke.

Familie Beneke hält außerdem 50 Mutterkühe mit "25 bis 30 Kälbern bei Fuß". "Auch da haben wir Angst, sie rauszulassen". Gefährdet seien besonders die jungen Kälber. "Wir können nicht jeden Abend die Herde in den Stall holen", sagt die Tierhalterin.

Tobias Hartmann hält im Sommer auf seiner Weide, auf der die Kamerunschafe getötet wurden, Rinder. Er befürchtet jetzt, dass ein Wolf die Rinder in Panik versetzen könnte. Dann bestehe die Gefahr, dass die Tiere ausbrechen und in den benachbarten Wald fliehen. "Es würde  schwierig sein, sie dort einzufangen", gibt der Landwirt zu bedenken.

Für Klarheit, ob es ein Wolf oder ein Hund Hartmanns Schafe gerissen hat, sollen die DNA-Proben sorgen, die Wolfsberater Thomas Behling bei den toten Tieren genommen hat. Nach Auskunft des niedersächsischen Wolfsbüros dauert es mindestens drei Wochen, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Falls nicht ein Wolf, sondern ein Hund dafür verantwortlich sein sollte, rät der stellvertretende Kreisjägermeister Eckhard Baars, bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Jagdberechtigte dürften Hunde nur erschießen, wenn diese nachweislich Wild nachstellten. In der Regel versuchten aber Jäger, den Halter ausfindig zu machen. Baars: "Die Schuld hat nicht der Hund, sondern der Besitzer."  

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Ein Elektrozaun (im Vordergrund) soll diese Schafe schützen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Tobias Hartmann schaut sich das gerissene Kamerunschaf an, das am Hinterteil angefressen worden ist.

Auf einer Weide in der Obershagener Feldmark sind in der Nacht zum Dienstag drei Kamerunschafe gerissen und zwei weitere verletzt worden. Vermutlich ist ein Wolf dafür verantwortlich. Denn in den vergangenen Wochen wurden im Uetzer Frühlingswald und am Burgdorfer Holz auch gerissene Rehe entdeckt.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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