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Judas rechtfertigt sich in der Uetzer Kirche

Uetze Judas rechtfertigt sich in der Uetzer Kirche

Judas Iskariot, der mit einem Kuss Jesus an die römischen Schergen verraten haben soll, gilt als der Verräter schlechthin. Schauspieler Gunter Heun schlüpft am Karfreitag, 14. April, um 15 Uhr in der Uetzer Kirche im Schauspiel der niederländischen Autorin Lot Vekemans in dessen Rolle.

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Der Schauspieler Gunter Heun schlüpft am Karfreitag in der Johannes-der-Täufer-Kirche in die Rolle des Judas.

Quelle: Jürgen Weller Fotografie

Uetze. "Judas Iskariot wird uns in der biblischen Überlieferung als der Jünger gezeichnet, der Jesus für 30 Silberlinge verriet, der ihn mit einem Kuss den Henkern auslieferte und der sich am Ende selbst das Leben nahm", sagt die Uetzer Pastorin Heidrun Kück. So sei er für die christlichen Konfessionen zum Prototypen des Sünders geworden und für dessen Schuld es keine Vergebung geben könne.

Die Kunst stellte Judas über Jahrhunderte hinweg als hässliches Monster dar. In Mexiko werden zu Ostern Judaspuppen verbrannt. Die Theaterautorin Vekemans versucht hingegen, ein differenziertes Bild von ihm zu zeichnen, und verleiht ihm erstmals eine eigene Stimme. "Sie lässt Judas in ihrem Stück zu Wort kommen und ihn seine Hoffnungen, Ziele, Fragen, Enttäuschungen und Gründe für seine Tat darlegen", erläutert Kück. Gunter Heun sorge als Judas für einen Perspektivwechsel und nehme die Zuschauer mit in eine bewegende Geschichte. Nach Überzeugung der Uetzer Pastorin wird kein Besucher ohne Denk- und Diskussionsanstöße bleiben.

Vekemans ist 1965 in Oss in Holland geboren worden. Nach einem Studium der Sozialen Geografie in Utrecht machte sie eine Ausbildung zur Theaterautorin. Seit 1995 schreibt sie Kinder- und Erwachsenenstücke und Artikel für Theaterzeitschriften. Die Uraufführung von "Judas" war 2007 in Harlem. Das Schauspiel wurde in drei Sprachen übersetzt. Die deutsche Erstaufführung war Ende 2012 an den Münchner Kammerspielen.

Der 1971 geborene Gunter Heun hat an der Neuen Münchener Schauspielschule studiert. Nach seinem Schauspieldiplom hatte er Engagements an mehreren Theaterbühnen. Seit 2006 arbeitet er als freischaffender Schauspieler.

Der Eintritt in der St.-Johannes-der-Täufer-Kirche ist frei. Die Kirchengemeinde bittet um eine Spende.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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