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Schüler lernen zuerst Deutsch

Uetze Schüler lernen zuerst Deutsch

„Ich habe schon viele Adjektive, Verben und Substantive gelernt“, sagt Rami. Der 15-jährige Libanese lebt erst seit Dezember in der Gemeinde Uetze und besucht die Sprachlernklasse der Hauptschule. Die Schüler dieser Klasse lernen Deutsch.

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Auf spielerischem Wege - hier bei einem Würfelspiel - bringt die Klassenlehrerin Asiseh Lindemann (stehend) den Schülern aus der Sprachlernklasse die deutsche Sprache bei.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Laut Rektor Eberhard Wacker müssen die Schulen im Schulzentrum immer häufiger Kinder und Jugendliche aufnehmen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. „Wer keine Deutschkenntnisse hat, bekommt im Unterricht wenig mit“, gibt er zu bedenken. Daher hat die Hauptschule im Februar eine Sprachlernklasse für Flüchtlings- und andere Migrantenkinder eingerichtet.

In dieser Klasse, in die derzeit zwölf Jungen und Mädchen aus sieben Nationen gehen, könnten die Lehrkräfte die Schüler individuell fördern, sagt Wacker. Nach den Sommerferien werde sich die Zahl auf 16, die maximale Stärke für Sprachlernklassen, erhöhen.

„Alle Schüler haben ein Ziel: Sie wollen Deutsch lernen“, betont die Klassenlehrerin Asiseh Lindemann. „Ganz schwierig ist für uns die Groß- und Kleinschreibung“, sagt Rami, der im Libanon eine französische Schule besucht hat.

Für Lindemann hat Priorität, dass sich die Jungen und Mädchen schnell im schulischen und allgemeinen Alltag zurechtfinden. Einmal in der Woche kocht sie mit ihren Schützlingen. „Vorher kaufen wir gemeinsam ein. Dabei erfahren die Schüler die deutschen Namen für Früchte und Gemüsesorten“, berichtet die Lehrerin. „Wir machen auch Musik. Da lernen wir deutsche Lieder“, erzählt die zwölf Jahre alte Syrerin Sarah.

In einigen Fächern, in denen nach Wackers Worten Deutsch nicht die entscheidende Rolle spielt, nehmen Sprachlernschüler am normalen Unterricht der Schulen am Schulzentrum teil. „So wachsen sie langsam in ihre spätere Klassengemeinschaft hinein“, erläutert der Rektor. Zum Beispiel macht Sarah Mathe, Englisch, Sport, Kunst und Musik in einer fünften Klasse des Gymnasiums mit.

Wacker geht davon aus, dass die ersten Schüler bis zu den Herbstferien so gut Deutsch können, dass sie ganz zur Realschule wechseln. Dann würden in der Sprachlernklasse Plätze für neu ankommende Flüchtlingskinder frei.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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