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Drei Leader-Regionen lernen voneinander

Uetze Drei Leader-Regionen lernen voneinander

Das ist wohl einmalig in Europa: Vertreter der Leader-Regionen Aller-Fuhse-Aue, Västra Smaland aus Schweden und Oststeirisches Kernland aus Österreich tauschen sich über ihre Erfahrungen bei der Flüchtlingsbetreuung aus.

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Die Pro-regio-Mitarbeiterinnen Yvonne Salewski (von rechts) und Heike Hinrichs zeigen Gästen aus Schweden und Österreich eine Schautafel einer interaktiven Ausstellung zur Berufsorientierung.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Sieben Österreicher und zwölf Schweden sind vier Tage lang in der Region Aller-Fuhse-Aue zu Gast. "Wir können uns sehr viel abschauen und sehr viel mit nach Hause nehmen", sagt Thomas Teubl, Bürgermeister aus dem steirischen Kaindorf. "Ich finde es total interessant, wie die Flüchtlingsarbeit in Deutschland und Schweden läuft", fügt Ingrid Rodler, Regionalbetreuerin für Asylbewerber in der Steiermark hinzu. "Wir haben in Österreich die schwierigsten Voraussetzungen", stellt die Leader-Verantwortliche Karin Jelinek fest.

Am Freitag haben sich die Gäste in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine besichtigte das Familienzentrum KESS in Nienhagen und die Kunstspirale in Hänigsen, die andere besuchte die Vereine Landungsbrücke und Ausbildung im Verbund pro regio in Uetze.

"Wir sind eine Gruppe Ehrenamtlicher", berichtete die Landungsbrücke-Vorsitzende Claudia Ruhs den Gästen. Paten betreuten die Flüchtlinge. Ziel des Vereins sei, geflüchteten Frauen und Männern ab 18 Jahre die Tür zur Berufswelt zu öffnen. Dabei arbeite die Landungsbrücke mit Pro regio zusammen. Aber auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Uetze sei sehr gut.

"Arbeit ist der beste Weg zur Integration", betonte Ruhs. Aber auch in anderen Bereichen wolle die Landungsbrücke die jungen Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren. So sorgten Vereinsmitglieder dafür, dass sie an Deutschkursen teilnehmen können. In einer Fahrradwerkstatt könnten die Asylbewerber ihre Räder reparieren. Auch die monatlichen Ausflüge dienten dazu, Deutsch zu lernen, berichtete Landungsbrücke-Mitglied Karen Roloff. Ein Bauernhof sei erst kürzlich das Ziel gewesen. "Auch die Moslems waren im Schweinestall", erzählte Roloff.

Im Gegensatz zur Landungsbrücke arbeitet Pro regio mit hauptamtlichen Kräften. Geschäftsführerin Yvonne Salewski berichtete, dass Pro regio seit mehreren Monaten Kausa-Beratungsstelle für die Region Hannover ist. Beim Projekt Kausa gehe es darum, Selbstständige mit Migrationshintergrund als Ausbilder zu gewinnen. Ein weiteres Ziel sei es, den Anteil Jugendlicher mit ausländischen Wurzeln unter den Auszubildenden zu erhöhen. Außerdem richtet Pro regio Ausstellungsmessen und Ausbilder-Treffen aus, gibt Lehrstellenatlanten und Leitfäden für Ausbilder heraus und hat eine interaktive Ausstellungen zur Berufsorientierung entwickelt.

Bereits am Donnerstag hatten die Gäste gemeinsam mit hiesigen Flüchtlingsbetreuern im Amtshof in Eicklingen ein interkulturelles Kommunikationstraining absolviert. Der "Geist von Gnosjö" war Thema bei der Auftaktveranstaltung am Mittwochabend in Wienhausen. Gnosjö liegt in Västra Smaland. Jeder zweite Einwohner hat ausländische Wurzeln. Dort arbeiten viele Kleinbetriebe an Integrationsprojekten mit. Junge Frauen und Männer würden ermutigt, sich selbstständig zu machen, berichteten die Vertreter aus Gnosjö.

Der nächste Erfahrungsaustausch ist für Oktober in Schweden geplant.

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Die Pro-Regio-Mitarbeiterin Heide Raupers (links) unterhält sich mit Ingrid Rodler aus Österreich über die Flüchtlingsbetreuung.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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