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Seengebiet wird Modellprojekt

Dahrenhorst Seengebiet wird Modellprojekt

Nach jahrelanger Vorarbeit ist es endlich so weit: Die Klimaschutzagentur entwickelt ein energetisches Quartierskonzept für das Irenensee- und Spreewaldseengebiet, in dem 49 Prozent der Häuser mit Nachtspeicheröfen beheizt werden. Es soll Vorbildfunktion für andere Siedlungsgebiete in der Region Hannover haben.

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Eine Idylle mit Schönheitsfehler: Fast die Hälfte der Häuser an den Spreewaldseen wird mit energiefressenden Nachtspeicheröfen beheizt. Schiller

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Dahrenhorst. „Das energetische Quartierskonzept hat zum Ziel, das Gebiet nach Möglichkeiten zur Energieeinsparung, zur Effizienzsteigerung und für den Einsatz erneuerbarer Energien zu untersuchen“, sagte Projektkoordinatorin Christiane Dietrich bei der Auftaktveranstaltung am Mittwochabend. Für die Wärmeversorgung der Häuser kommen zum Beispiel der Anschluss ans Gasnetz, die Installation von Wärmepumpen, der Bau eines Blockheizkraftwerks und der Aufbau eines Nahwärmenetzes in Betracht.

„Wir erfassen zuerst die Gebäudetypen“, kündigte sie an. In einem Jahr erscheine eine Broschüre mit Lösungsvorschlägen für die einzelnen Haustypen. Dann sei auch die Entscheidung gefallen, ob eine Gasleitung verlegt werde.

Nach Angaben Timo Aberts vom Netzbetreiber Avacon rechnet sich der Anschluss des Gebiets ans Gasnetz erst, wenn 70 Prozent oder mehr aller Hausbesitzer einen Gasanschluss wünschen. „70 Prozent sind eine hohe Hürde. Deshalb muss man auch über Alternativen nachdenken“, sagte Uetzes Wirtschaftsförderer Andreas Fitz.

„Sie können ab sofort einen Beratungstermin vereinbaren“, empfahl Dietrich den Hausbesitzern. Nach den Worten der Architektin Heike Koenig, die die Bewohner beraten wird, lässt sich nicht nur mit moderner Gebäudetechnik Energie sparen: „Es gibt oft viel an der Gebäudehülle zu verbessern.“ Koenig wird bei der Beratung auch auf Förderprogramme hinweisen.

Fitz stellte klar, dass niemand mit der Vereinbarung eines Beratungsgesprächs eine Verpflichtung eingehe. Ob jemand die Vorschläge umsetze, bleibe ihm überlassen. Das Irenensee-/Spreewaldseengebiet ist für das Modellprojekt ausgewählt worden, weil es sich leicht abgrenzen lässt und 49 Prozent der Häuser mit einer Nachtspeicherheizung ausgestattet sind. „Nachtspeicherheizungen sind die uneffizienteste Variante der Energienutzung“, sagte Udo Scherer von der Klimaschutzagentur gleich mehrfach.

In Uetze wurde bereits viel in den Klimaschutz investiert. Allein mit der Windenergie, die im Gemeindegebiet erzeugt wird, kann laut Bürgermeister Werner Backeberg der Stromverbrauch in der Gemeinde - Wohnhäuser, Betriebe und öffentliche Gebäude - gedeckt werden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Die Gemeinde will Breitbandkabel verlegen lassen

Das Irenensee-/Spreewaldseengebiet bekommt eventuell 2016 schnelles Internet. „Wir werden alles daransetzen, im nächsten Jahr die Breitbandversorgung in dem Gebiet zu verbessern“, kündigte Bürgermeister Werner Backeberg am Mittwochabend bei der Auftaktveranstaltung zum Energiekonzept für das Quartier an. Die Gemeindeverwaltung will nach Auskunft des Wirtschaftsförderers Andreas Fitz Förderprogramme nutzen, damit die Kommune nur einen kleinen Teil der Gesamtausgaben von 130?000 Euro selbst tragen muss, die für die Verkabelung sogenannter weißer Flecken in der Gemeinde anfallen. Ein weißer Fleck mit einer geringen Übertragungsgeschwindigkeit ist laut Fitz zum Beispiel auch Benrode. „Der Bund würde 50 Prozent der Kosten übernehmen, das Land 40 Prozent und die Region Hannover 7,5 Prozent“, sagte der Wirtschaftsförderer. Die Gemeinde müsste nur noch 2,5 Prozent, also 3250 Euro, aufbringen. Der Uetzer Rat müsse diesen Betrag aber noch bereitstellen, stellte Fitz klar. Beim Aufstellen des Energiekonzepts für das Irenensee-/Spreewaldseengebiets ist nach den Worten der Projektkoordinatorin Christiane Dietrich auch die Infrastruktur ein Aspekt, der untersucht werden soll. fs

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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