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Südlink: Info-Abend für alle Bürger

Uetze Südlink: Info-Abend für alle Bürger

Uetzer Bürger, die über den Verlauf der Erdkabeltrasse für den Südlink Infos aus erster Hand haben wollen, müssen am Mittwoch, 9. November, nach Garbsen fahren. Dort stellt Netzbetreiber Tennet ab 17 Uhr die Entwürfe für die Trassenvarianten durch den Westen und den Osten der Region Hannover vor.

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Die Baustelle für die acht Erdkabel des Südlinks wird eine breite Schneise in die Landschaft schlagen - vergleichbar der Breite und Tiefe des Mittellandkanals.

Quelle: Friedrich Vorwerk KG

Obershagen/Hänigsen/Schwüblingsen. „Wir finden es nicht so schön, dass der Weg für die Uetzer so weit ist“, sagt Rathaussprecher Andreas Fitz. „Trotzdem hoffen wir, dass viele Einwohner diese Möglichkeit nutzen, sich detailliert über die Südlink-Planung zu informieren.“

In der Einladung des Netzbetreibers heißt es: „Noch vor dem Beginn des offiziellen Genehmigungsverfahrens möchten wir Ihnen das Projekt vorstellen. Im persönlichen Gespräch mit dem Südlink-Projektteam können Sie sich detailliert über die Planung informieren und sich direkt an der Optimierung von Erdkabel-Korridoren beteiligen.

Die Vertreter der Gemeinde Uetze werden laut Fitz auf jeden Fall nach Garbsen fahren. Im Vorfeld hat die Gemeinde bereits mit den Landwirten, durch deren Felder die Erdkabeltrasse möglicherweise geführt wird, gesprochen. Denn sie seien laut Fitz die Hauptbetroffenen von den neuen Plänen für den Südlink.
Das bestätigt Holger Hennies, Kreislandvolkvorsitzender in der Region Hannover, ohne Einschränkung. Der Schwüblingser Landwirt ist nicht nur selbst betroffen, sondern vertritt auch die Belange seiner Berufskollegen.

Nach den jetzigen Plänen sollen die Erdkabel quer durch das Uetzer Gemeindegebiet verlegt werden – nordöstlich von Obershagen über Hänigsen und weiter durch die Landschaft zwischen Dollbergen und Schwüblingsen, wo sie dann auf das Gebiet des Landkreises Peine stößt. „Was uns gar nicht gefällt ist, dass die Strecke ohne Rücksicht auf landwirtschaftliche Belange geplant wird“, sagt Hennies.

Bei der oberirdischen Trasse galt das Prinzip, die Hochspannungsleitung mit anderen Infrastrukturen wie Straßen zu bündeln. „Davon haben sich die Planer komplett verabschiedet. Sie gehen jetzt auf dem kürzesten Weg einfach mitten durchs Land“, kritisiert Hennies. Offenbar auch durch das Wassergewinnungsgebiet im Burgdorfer Holz.

Der Eingriff für die Verlegung der Erdkabel – vorgesehen sind laut Hennies vier Kanäle mit je zwei Leitungen – sei enorm. „Die Baustelle muss man sich so groß und so tief wie den Mittellandkanal vorstellen“, erklärt er. Die Landwirte fragten sich, ob der Boden über der Erdkabeltrasse, die etwa 40 Meter breit werde, tragfähig genug sei für die schweren Erntemaschinen und Transportfahrzeuge für Kartoffeln und Rüben.

Das seien, so Hennies, ebenso wie der Anstieg der Bodentemperatur um zwei bis drei Grad an der Oberfläche und direkt an der Leitung auf 40 Grad Celsius, Unwägbarkeiten, deren Auswirkungen sich erst im Laufe der Zeit zeigten. „Deshalb fordern wir eine wiederkehrende Entschädigung und nicht nur eine einmalige“, sagt der Kreislandvolkvorsitzende. Hinzu komme, dass mögliche Kompensationsflächen für zerschnittene Wälder ebenfalls auf Kosten von Ackerland angelegt würden.

„Ich bin deshalb der Meinung, die beste Strecke ist keine Strecke“, stellt Hennies klar. Denn es sei fraglich, ob der Südlink in zehn Jahren tatsächlich benötigt werde angesichts des rasanten technischen Fortschritts.

Die Bürgerveranstaltung findet am Mittwoch, 9. November, in der Aula des Schulzentrum I am Planetenring in Garbsen von 17 bis 21 Uhr statt. Bereits heute, 8. November, ab 17 Uhr stellt Tennet die Trassenplanung für den Landkreis Peine im Hotel Schönau in Peine-Stederdorf vor.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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