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Südlink: Uetze erwischt es in voller Länge

Uetze/Burgdorf/Lehrte/Sehnde Südlink: Uetze erwischt es in voller Länge

Die Karten sind neu gemischt: Für den Südlink – die Megastromleitung von Nord nach Süd – hat Tennet Pläne für neue Trassen auf den Tisch gelegt. Lehrte und Sehnde sind aus dem Spiel, Burgdorf bei Ehlershausen betroffen. Dafür soll die Trasse, wenn auch unterirdisch, die Gemeinde Uetze zerschneiden.

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In diesem Korridor könnte die Trasse im Osten der Region Hannover verlaufen.

Quelle: Birgit Dralle-Bürgel

Uetze/Burgdorf/Lehrte/Sehnde. Von den neuen Plänen sei Uetze stark betroffen, kommentierte Rathaussprecher Andreas Fitz gestern die neue Entwicklung beim Südlink. „Bislang hatte die Trasse das Gemeindegebiet überhaupt nicht tangiert.“ Weitere Details erhofft sich die Gemeinde von der Informationsveranstaltung, zu der Tennet und die Bundesnetzagentur alle betroffenen Kommunen für gestern Abend in ein Hildesheimer Hotel eingeladen hatte. Uetze wurde dort von der Ersten Gemeinderätin Ursula Tesch vertreten.

Solange sie noch keine genaueren Infos über den Verlauf der etwa einen Kilometer breiten Trasse haben, werde es aus dem Uetzer Rathaus keine Stellungnahme geben, erklärte Fitz gestern. Bürgermeister Werner Backeberg ist derzeit im Urlaub.

Auch die Landwirte halten sich mit einem Urteil über die neuen Pläne noch zurück. „Wir haben am 18. Oktober ein Diskussionsforum mit Tennet“, sagte Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks in der Region Hannover und Landwirt in Schwüblingsen. Nach den jetzt veröffentlichten Plänen würde die Südlink-Trasse in der Feldmark zwischen Schwüblingsen und Dollbergen verlaufen.

Gerade auf den Ackerböden von Hänigsen und bis in den Nordkreis Peine hinein verfügen die Bauern über ein sehr hohes Können im Frühkartoffel- und Zuckerrübenanbau. Wegen ihres Know-Hows und ihrer technischen Ausstattung ernten sie inzwischen mehr Rüben als ihre Kollegen auf den Schokoladenböden der Hildesheimer Börde. Hennies ließ durchblicken, dass vor diesem Hintergrund die Ausgleichszahlung für die Landwirte, in deren Acker die Gleichstromleitung verlegt wird, teuer werden könnte.

Sprecher von Tennet und Bundesnetzagentur versichern hingegen, dass die in 1,80 bis zwei Meter Tiefe verlegte Leitung die Landwirtschaft nicht beeinträchtige. Schon nach kurzer Zeit könnte man den Trassenverlauf oberirdisch gar nicht mehr erkennen.

Für die Stadt Burgdorf ist Sabine Nagel gestern Abend nach Hildesheim gefahren. „Wir sind nördlich von Ehlershausen und zwar relativ nah am Ort von dem neuen Trassenkorridor betroffen“, sagte Nagel, bevor sie losfuhr. Von Interesse sei für sie zudem, ob der Windpark bei Ehlershausen möglicherweise ein Hindernis sein könnte. Oder wie es mit dem Überschwemmungsgebiet aussieht, das die Landesbehörde dort erweitert habe.

Reaktionen aus Lehrte und Sehnde

Generell sieht Lehrte die neuen Trassenverläufe positiv. „Grundsätzlich sind wir froh. Wir begrüßen die Trassenführung“, sagte Erster Stadtrat Uwe Bee. Auch wenn dadurch selbstverständlich nun Nachbarkommunen stärker betroffen seien.

Die frühere Trassenführung entlang der A 7 hätte Ahlten stark belastet. „Ahlten hat schon genug Restriktionen.“ Bee verweist auf die Autobahnen, die Bahntrassen, den kommenden Megahub und bereits vorhandene Hochspannungsleitungen. Die ebenfalls angedachte Trassenführung bei Immensen und Ramhorst Richtung Dolgen hätte wertvolle Naherholungsflächen durchschnitten.

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke ist sehr verärgert, dass Tennet die Trassenpläne schon vor dem gestrigen kommunalen Infoabend veröffentlicht hat. Eigentlich habe das Unternehmen zugesichert, die Infos zuerst dort herauszugeben. Lehrke meint, Tennet fange schon wieder „ mit einem Vertrauensverlust“ an.

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