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Trojaner kostet Bankkunden 2660 Euro

Dollbergen Trojaner kostet Bankkunden 2660 Euro

Opfer gewiefter Internetbetrüger ist ein 49-jähriger Handwerker aus Dollbergen geworden. Beim Onlinebanking büßte er durch einen ausgeklügelten Trick mit einer gefälschten Internetseite 2660 Euro ein.

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Quelle: Symbolfoto

Uetze. Der 49-Jährige hatte vor einiger Zeit beim Einloggen auf sein Onlinekonto eine ungewöhnliche Buchung über 2660 Euro bemerkt. Gleichzeitig war ihm mitgeteilt worden, dass dieser Betrag irrtümlich überwiesen worden sei und er ihn zurückbuchen sollte. Weil sein vermeintliches Konto gesperrt war und nur noch eine mögliche Funktion zuließ, drückte er diesen Button - für die Rückbuchung, wie er glaubte.

Allerdings musste der Dollberger später feststellen, dass er eine schlichte Überweisung veranlasst hatte und genau diese 2660 Euro jetzt auf seinem Konto fehlten. Auf Nachfrage teilte ihm seine Bank mit, dass es die angeblich irrtümliche Buchung auf sein Konto gar nicht gegeben hatte und er einem sogenannten Fake aufgesessen sei.

Bei diesem „sehr ausgeklügelten System“ nutzten die meist in Russland sitzenden Betrüger einen Bank-Trojaner, sagt Ulrich Jahns von der für Internet-Kriminalität zuständigen Fachinspektion 3 der Polizeidirektion (PD). In der Regel bekämen die Opfer zuvor eine E-Mail beispielsweise mit dem Hinweis, dass sie ein bestelltes Elektrogerät noch nicht bezahlt hätten, wobei im Anhang auf nähere Informationen verwiesen wird. Öffne man den Anhang, werde das Schadprogramm auf den Rechner geladen, spähe Betriebssystem und Browser aus und warte auf das nächste Onlinebanking, sagt Jahns. Dabei würden dann Benutzerkennung und Passwort genauso mitgelesen wie der Kontostand. Beim nächsten Onlinebanking bekomme der Kunde nur noch ein gefaketes Bild von seinem Konto eingespielt, wie das Opfer in Dollbergen. Weitere Transaktionen seien nicht mehr möglich, nur der Druck auf besagten Return-Knopf mit TAN-Abfrage.

Das Geld wandert nach Jahns Worten in der Regel zunächst auf Konten sogenannter Finanzagenten, die mit angeblich lukrativer Nebentätigkeit gelockt würden und das Geld via Western Union an die nicht mehr zu ermittelnden Hintermänner weiterleiteten. Die Finanzagenten seien letztlich die Dummen, weil sie nicht nur ein Strafverfahren am Hals hätten, sondern sich die Banken in der Regel auch von ihnen das Geld zurückholten.

Jahns, der inzwischen etwa ein halbes Dutzend solcher Betrugsfälle in der Woche auf dem Tisch hat, rät, keine Anhänge unbekannter E-Mails zu öffnen und regelmäßig die Kontostände zu kontrollieren. Mehr Informationen zur Internet-Kriminalität bietet die PD auf der Seite www.botfrei.de/hannover.

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