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Uetzer Politik-Urgestein tritt ab

Uetze Uetzer Politik-Urgestein tritt ab

Uetze verliert einen seiner profiliertesten Kommunalpolitiker. Hartmut Schulte (SPD), Vorsitzender des Rates der Gemeinde und in Personalunion Ortsbürgermeister des Dorfes Uetze, hat am Montag schriftlich seinen Rücktritt eingereicht. Als Grund nannte Schulte seine angeschlagene Gesundheit.

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Hartmut Schulte (68) hat sich nach langer Überlegung entschlossen, seine kommunalpolitischen Ämter niederzulegen.

Quelle: Joachim Dege

Uetze. Uetze ohne Hartmut Schulte? Für viele ist das schwer vorstellbar - allen voran für Gemeindebürgermeister Werner Backeberg, einen Parteifreund Schultes. Im Zug auf dem Weg zu einer Tagung in Berlin erreichte ihn gestern Vormittag die Rücktrittsnachricht per E-Mail. Nachmittags rief Backeberg Schulte an und versicherte diesem, dass er „unersetzlich“ sei.

Das weist Schulte weit von sich. Jedermann sei ersetzbar, sagt der 68-Jährige, der seit 22 Jahren das Amt des Ortsbürgermeisters von Uetze bekleidet. Seit 1996 gehört der Sozialdemokrat auch dem Gemeinderat an, dessen Vorsitzender er seit 15 Jahren ist. Die Ratssitzung leitet er freundlich, aber bestimmt: „Ich habe nie großes Palaver zugelassen.“ Wenn es nach Schulte geht, soll am 31. März Schluss sein. Sein Gesundheitszustand erlaube ihm nicht länger, seine Amtsgeschäfte so zu führen, wie er es für angemessen halte. So habe er sich vergangene Woche bei einem Krankenhausaufenthalt schweren Herzens entschlossen, seine Ämter aufzugeben.

Schulte, der zwei erwachsene Kinder und vier Enkel hat, stammt aus Iserlohn im Sauerland. Der pensionierte Oberstleutnant, der in der Bundeswehr als Stabsoffizier der Flugsicherung diente, war 1977 mit seiner Familie nach Uetze gezogen, wo er idyllisch im Spreewaldseengebiet wohnt.

Bei der Kommunalwahl 1991 bewarb er sich für die SPD um ein Ortsratsmandat, erhielt aber nicht genug Stimmen. 1993 trat sein legendärer Vorgänger Ernie Meyer als Ortsbürgermeister zurück. Schulte rückte für diesen in den Ortsrat nach und wurde prompt zum Ortsbürgermeister gewählt.

„Für mich war es das Schönste, dass ich in mehr als 20 Jahren den Ort und die Gemeinde mitentwickeln und gestalten konnte“, lautet Schultes Fazit. Mehr als 2000 Geburtstags- und Jubiläumsbesuche hat er nach eigener Erinnerung absolviert. „Das wird mir fehlen“, gesteht er.

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