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Uetzer Ring: "Die Kaufkraft ist schlecht"

Uetze Uetzer Ring: "Die Kaufkraft ist schlecht"

Ernst Schmidt (62) ist Vorsitzender der Werbegemeinschaft Uetzer Ring, die jetzt 40 Jahre alt wird und dies am Wochenende feiert. Anzeiger-Mitarbeiterin Johanna Stein spricht mit Schmidt im Interview über die Herausforderungen, vor denen die Händler in der Gemeinde stehen.

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Ernst Schmidt, Vorsitzender des Uetzer Rings, vor seinem Fernsehtechnikgeschäft.

Quelle: Johanna Stein

Uetze. Herr Schmidt, worin liegen die Stärken des Uetzer Rings?

Der Uetzer Ring wurde damals aus den zwei Werbegemeinschaften Kaufmannsrunde und Einkaufszentrum gegründet. Zu der Zeit kamen gerade Werbeflyer in Mode. Es war finanziell schwierig für ein einzelnes kleines Geschäft, solche Flyer aufzulegen. Da hat man sich zusammengeschlossen. Über die gemeinsame Werbung ist man zusammen gerutscht und konnte auch andere Dinge aufziehen wie Märkte, verkaufsoffene Sonntage, die Informa und andere größere Veranstaltungen. Immer mit dem Hintergrund, Menschen nach Uetze zu holen.

Die große Stärke ist also die Gemeinschaft?

Ja, wir wollen gemeinsam auftreten und versuchen, die Geschäfte am Leben zu erhalten. Das war immer der Grund, sich zusammenzuschließen, und ist es auch heute noch. Auch, wenn sich die Handelslandschaft verändert hat. Viele kleine Fachhändler sind von großen Ketten übernommen worden. Die zeigen meistens weniger Interesse an unserem Verein.

Ist das eine Schwäche des Uetzer Rings?

Nein, ich glaube, das lässt sich nicht aufhalten. Das Problem ist eine Kettenreaktion: Mit jedem großen Geschäft fällt ein kleineres weg. Außerdem bestellen heute ja viele im Internet.

Was unternehmen die Uetzer Händler im Wandel vom statio-
 
nären zum Onlinehandel?

Ich weiß gar nicht, ob jemand in Uetze einen Internetshop betreibt. Viele, so wie ich, haben sich aber an einen größeren Internetshop angeschlossen.

Welche Vorteile hat der Einkaufsstandort Uetze?

Die hier wohnen, leben und einkaufen, können alles bekommen. Wir haben jede Branche, jedes Gewerk, alle Schulen – alles da. Es müsste nur genutzt werden.

Es gibt also auch Nachteile?

Ja, die Kaufkraft in Uetze ist die schlechteste in der ganzen Regi-
on – das sagt jede Studie. Wir haben viele Pendler, die kaufen eher direkt nach der Arbeit in Hannover. Außerdem haben wir wenig produzierendes Gewerbe. Hier arbeiten wenige Leute. Dadurch pendeln ja auch so viele.

Welche Rolle nimmt der Uetzer Ring in der Gemeinde ein?

Die eines Zusammenschlusses und der Gesprächsbasis von Unternehmen, die in Uetze agieren.

Das ist die Bedeutung der Gemeinschaft für die Mitglieder. Welche Rolle spielt der Uetzer Ring für die Gemeinde und Außenstehende?

Er soll eine Einigkeit nach außen bringen und darüber das Angebot darstellen, das Uetze zu bieten hat.

Fühlen Sie sich von der Gemeinde hinreichend unterstützt?

Oftmals, ja. Es gibt auch Diskussionen, aber wir können immer mit den Leuten im Rathaus reden, und es gibt immer eine Lösung.

Sie sprachen es schon an: Der Uetzer Ring hat lange Zeit die Informa ausgerichtet. Ist eine Wiederbelebung denkbar?

Zurzeit nicht. Der Aufwand ist einfach zu groß. Aber unser Weinfest feiern wir am Wochenende wieder – und im Winter den Weihnachtsmarkt.

Von Johanna Stein

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