Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Pastor kehrt für ein Semester an Uni zurück

Uetze Pastor kehrt für ein Semester an Uni zurück

Mehr als 27 Jahre wirkt Andreas Kiebeler mittlerweile als Pastor. Jahre der Gemeindearbeit mit Beerdigungen,Taufen und Trauungen. Mit Gemeindegruppen, Gottesdiensten und Seelsorge. Ein Studiensemester an der Universität Göttingen war für ihn jetzt Auszeit und Motivation zugleich.

Voriger Artikel
Politiker streiten über Farbe für Fassade
Nächster Artikel
Mundwerker geben ein Heimspiel in Schulaula

Pastor Andreas Kiebeler hat ein Studiensemester absolviert.

Quelle: Wolfgang Hornig

Uetze. Pastor sein: Das ist mehr als sonntags auf der Kanzel stehen und predigen, sagt Kiebeler. Pastor sein, das ist kein Acht-Stunden-Job wie manch anderer. Wenn Menschen mit ihren nur allzu berechtigten Nöten Hilfe suchen, dann ist es schwer, sich abzugrenzen ins Private. Doch damit steige auch die Gefahr, selbst auszubrennen. Da tue es gut, einmal zurückzutreten, sich zurückzunehmen und Kraft und Motivation zu tanken fürs tägliche Tun.

So reifte Kiebelers Plan, sich ganz aus dem Alltag herauszulösen und sich als Gaststudent am Theologicum der Augustana theologischen Fragen widmen. Mit Studenten ins Gespräch zu kommen. Mit anderen Pastoren darüber nachzudenken, wie er als Pfarrstelleninhaber lebt und arbeitet. Und mit frischem Geiste und ebensolchen Ideen gestärkt nach Uetze zurückkehren. So nahm Kiebeler die Einladung der Leitung der Landeskirche zu einem Studienaufenthalt vom 10. April bis 15. Juli in Göttingen an.

Lediglich in der Osternacht, am Pfingstsonntag und zur Konfirmation wollte er in Uetze Gottesdienste mit der Gemeinde feiern. Ansonsten war er offiziell beurlaubt und wohnte auch in der Universitätsstadt. "Ich habe das bereits 2000 einmal gemacht", sagt Kiebeler. Doch mit zunehmender Digitalisierung ist auch ein Pastor im Studiensemester weitaus besser erreichbar als vor 17 Jahren.

Deshalb nahm der Pastor doch mehr an den Geschehnissen in seiner Gemeinde teil, als er eigentlich wollte. Hinzukam, dass er während des Studiensemester die wöchentlichen Proben seiner Jugendkantorei weiterhin leitete. "Wenn ich das nicht getan hätte, wäre diese zwar nicht völlig weggebrochen, aber doch nicht mejr dieselbe gewesen", erklärt er. Unglücklicherweise lag die Probenzeit genau zu der Zeit, die im Studienhaus Göttingen für den Austausch zwischen den Studenten vorgesehen war.

Trotzdem habe er den normalen Unibetrieb mit seinem Seminaren und Vorlesungen sehr genossen, sagt der Pastor. Gewundert habe er sich allerdings, dass die jungen Studenten auf die "Frage-Antwort-Spielchen" der Professoren nur sehr zögerlich eingegangen seien, auch kaum kritische Rückfragen äußerten. Besonders lohnenswert habe er die ethnologische Vorlesung "Politik und Macht" empfunden.

"Zwei andere Vorlesungen hätte ich gern gemacht, doch das funktionierte nicht", sagt Kiebeler bedauernd. Für die "Gebärdensprache für Anfänger" sei eine Anmeldung über einen speziellen Studentenzugang nötig gewesen: "Mit meiner E-Mail war ich da leider außen vor." Schade, da die Jugendkantorei des öfteren Lieder mit begleitender Gebärdensprache einübe. "Das Thema hätte ich gerne vertieft", sagt der Geistliche. Eine weitere Vorlesung "Musik in der Kirche" kam schlichtweg wegen zu geringen Interesses nicht zustande. "Sechs wären nötig gewesen, damit der Referent aus Loccum anreist", sagt Kiebeler. Mit ihm waren es aber nur vier Interessen. "Und drei davon Gaststudenten im Studiensemester." Sein Fazit fällt dennoch positiv aus: "Insgesamt war das Studiensemester ein Gewinn."

Von Sandra Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x6j1r5b5k51jgxs6dhq
Ausflug in die Reformationszeit kommt gut an

Fotostrecke Uetze: Ausflug in die Reformationszeit kommt gut an