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Umweltgift Arsen ist im Boden

Hänigsen Umweltgift Arsen ist im Boden

Der Boden des früheren Waldlagers der Firma Lorenz Bahlsen Snack World ist mit dem Umweltgift Arsen belastet. Das hat die Region Hannover auf Nachfrage bestätigt. Die Verwaltung sieht jedoch keine Notwendigkeit, die 12,6 Hektar große Industriebrache, die einst Heeresmunitionsanstalt war, zu sanieren.

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Die Gebäude der früheren Heeresmunitionsanstalt stehen derzeit leer.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. „Arsen ist typisch für die Kampfmittelproduktion“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Akuter Handlungsbedarf bestehe nicht. Er verweist darauf, dass das Gelände eingezäunt ist und nicht betreten werden darf. Außerdem sei das Grundwasser nicht gefährdet, teilt der Regionssprecher mit.

Vor zwei Jahren habe die Region Hannover auf dem Gelände offen zutage getretene Kampfstoffreste wie Phosphor beseitigen lassen, berichtet Abelmann. „Es gibt keinen Grund mehr für eine Sanierung. Wir haben das Gelände aber weiter als Altlast im Auge“, betont der Regionssprecher. Sanierungsbedarf könne sich möglicherweise bei einer neuen Nutzung des Geländes ergeben.

1937 hatte die Wehrmacht im Waldgebiet Brand nördlich von Hänigsen die Heeresmunitionsanstalt - kurz Muna genannt - errichtet. Sie baute damals, wie man in der Hänigser Ortschronik nachlesen kann, fünf Produktions- und vier dreigeschossige Lagerhäuser, zwei sogenannte Handmunitionshäuser, einen Speisesaal, sowie Sozial- und Sanitärgebäude.

Im Juli 1938 nahmen 60 dienstverpflichtete Frauen unter Aufsicht von Wehrmachtspersonal die Produktion auf. „Die Massenfertigung und die Verpflichtung einer großen Zahl von Arbeitskräften setzte aber erst mit Beginn des Krieges gegen Polen im September 1939 ein“, schreibt der Historiker Ralf Bierod in der Ortschronik.

Wegen der Fliegerangriffe wurde die Produktion 1944 unter Tage ins Hänigser Bergwerk Riedel verlegt, das damals zur Muna gehörte. In die Gebäude im Wald zog der Wehrkreis-Sanitätspark XI aus Hannover ein. Die Briten nannten diesen laut Bierod im Mai 1945 in Sanitäts-Depot Hänigsen um. Es versorgte in den ersten Nachkriegsjahren niedersächsische Krankenhäuser mit Sanitätsmaterial.

Die Firma Bahlsen nutzte die Gebäude im Wald ab 1949 mehr als 40 Jahre lang als Lager für Backzutaten. Sie deponierte dort auch Maschinenteile, Kartonagen und Werbematerial. Daher bürgerte sich der Name Waldlager ein.

Seit Jahren ist das Gelände, das inzwischen der Firma Lorenz Bahlsen Snack World gehört, eine ungenutzte Industriebrache. 2008 wollte dort ein Investor eine Biogasanlage und einen Schweinemast- und Zuchtbetrieb mit hochmodernen Ställen für mehr als 12.000 Tiere ansiedeln. Die Finanzkrise machte ihm 2009 einen Strich durch das Finanzierungskonzept.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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