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Der Vater der Kleinen Umwelttage sagt ade

Uetze Der Vater der Kleinen Umwelttage sagt ade

29 Jahre lang war Peter Schillhofer erster Ansprechpartner in der Uetzer Verwaltung in Sachen Umweltschutz. Der Umweltsachbearbeiter geht jetzt in den Ruhestand. Mit Heckenanpflanzungen, der Fuhse-Renaturierung und den Kleinen Umwelttagen hinterlässt er bleibende Spuren in der Gemeinde.

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Peter Schillhofer schaut sich zum Abschied noch einmal den ausgekofferten Altarm der Fuhse bei Benrode an.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Im Februar 1988 habe ich hier angefangen", erzählt Schillhofer bei seiner Verabschiedung. Als ersten Arbeitsschwerpunkt hatte er sich die Begrünung der weitgehend ausgeräumten Agrarlandschaft ausgewählt. Der damalige Landkreis Hannover förderte das Anlegen von Hecken - zeitweise sogar zu 100 Prozent. "In einem Jahr habe ich für 40.000 D-Mark Hecken gepflanzt - und der Landkreis hat alles bezahlt", erinnert sich der Agraringenieur mit der Zusatzausbildung Umweltschutz.

Doch die Sträucher am Wegesrand stießen nicht überall auf Gegenliebe. Der Haupteinwand: Der Bauhof werde die Hecken nicht pflegen. "Wir begrünen nicht nur die Landschaft. Wir tun auch etwas für den Erosionsschutz", argumentierte Schillhofer damas. Als es kein Geld mehr vom Landkreis gab, stellte die Gemeinde ihr Pflanzprogramm ein.

Anfang der Neunzigerjahre machte ihn der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander auf das niedersächsische Fließgewässerprogramm aufmerksam. Das Land übernahm 80 Prozent der Kosten für die Renaturierung der Fuhse. Schillhofer suchte nach geeigneten Flächen entlang des Flusses. "Wir haben damals über 18 Hektar gekauft", berichtet der scheidende Umweltsachbearbeiter. Als er einen früheren Altarm der Fuhse bei Benrode auskoffern ließ, stieß der Baggerfahrer auf viel Müll. Mehrere Mitglieder des Verwaltungsausschusses hätten gewusst, dass der Altarm einst die Müllkippe Benrodes gewesen war. "Aber niemand hat mich vor der Altlast gewarnt", ärgert sich Schillhofer noch heute.

"Die starke Schadstoffbelastung der Fuhse gefällt mir überhaupt nicht", sagt er. Obwohl man per Zufall die Hauptursache des Herbizideintrags entdeckt habe, sei die Belastung immer noch hoch. Um die Fuhse zu schützen, wären aus Schillhofers Sicht 50 Meter breite Randstreifen ideal.

Der scheidende Umweltsachbearbeiter ist der Vater der beliebten Kleinen Umwelttage auf dem Hoopt. Anfangs gab die Gemeinde kostenlos heimische Büsche und Bäume an Gartenbesitzer ab, später zum Selbstkostenpreis. Schillhofers Überlegung war, wenn die Hobbygärtner heimische Gehölze pflanzen, verbessern sie die Lebensbedingungen für zahlreiche Insektenarten. Den Kleinen Umwelttag will die Gemeinde nach Auskunft des Rathaussprechers Andreas Fitz weiterhin veranstalten.

Schillhofer war auch für die kommunalen Friedhöfe und die Spielplätze zuständig. 2010 entdeckte er auf dem Katenser Friedhof seltene Sandbienen. Per Aushang bat er Friedhofsbesucher, in dem Sommer nicht die Wege zu harken, um nicht die Nisthöhlen der Insekten zu zerstören.

"Am intensivsten hat mich die Sturmkatastrophe 1997 in Schwüblingsen beeindruckt", berichtet Schillhofer. Den Geruch der geschredderten Eichenblätter während der Aufräumarbeiten habe er noch genau in Erinnerung.

"Sie waren enttäuscht, dass zuletzt im Rat Zweifel an Ihrer Sachkompetenz geäußert wurden", sagte Bürgermeister Werner Backeberg bei Schillhofers Verabschiedung. Backeberg fügte hinzu, dass auch ihn die Kritik der Grünen an den Genehmigungen, kranke Bäume zu fällen, geärgert habe.

Schillhofer wird nach eigenen Worten im Ruhestand keine Langeweile haben: "Ich will mich verstärkt um meinen Garten kümmern."

Schillhofers Stelle ist ausgeschrieben

Die Gemeinde Uetze will die Stelle des Umweltsachbearbeiters wieder besetzen. Die Ausschreibung läuft noch bis Freitag, 17. März. Die Stelle erhält allerdings einen neuen Zuschnitt. Der künftige Inhaber soll sich während der Hälfte seiner Arbeitszeit mit Themen befassen, die auch sein Vorgänger Peter Schillhofer bearbeitet hat.

Die andre Hälfte der Stelle entfällt auf den Themenbereich Klimaschutz. Dafür hat die Gemeindeverwaltung beim Bundesumweltministerium einen Förderantrag gestellt. Weil noch nicht über die Förderung entschieden ist, hat die Gemeinde die Stelle unter Vorbehalt ausgeschrieben. Laut der Teamleiterin für Planung, Karin Windhausen, sollen Ende April Vorstellungsgespräche stattfinden.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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