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BI warnt: Kaliberg wird zur Deponie

Uetze BI warnt: Kaliberg wird zur Deponie

Die Bürgerinitiativen (BI) Umwelt in Uetze und Wathlingen warnen vor den Auswirkungen der geplanten Rekultivierung des Kalibergs in Wathlingen. Sie befürchten, dass dort belastetes Material abgelagert werden soll. So könnte durch die Hintertür eine der größten Deponien Niedersachsens werden.

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Der nackte Kaliberg des K+S-Konzern bei Wathlingen gehört längst zum Landschaftsbild. Die etwa 86 Meter hohe Erhebung ist selbst vom Burgdorfer Stadtgebiet aus zu sehen.

Quelle: Herzog

Bisher nimmt jedoch offenbar niemand ihre Bedenken ernst. „Wir haben bereits an den Landwirtschafts-, den Umweltminister und den Landtagspräsidenten geschrieben – ohne Erfolg“, sagt Georg Beu, BI-Vorsitzender aus Uetze. Deshalb gehen die Wathlinger jetzt in die Offensive und fordern in einem offenen Brief an den Wathlinger Bürgermeister und Gemeinderat einen „Masterplan für das Grubengebäude, die Halde und die Landschaft um diese Bereiche herum“, wie die „Cellesche Zeitung“ berichtet.

„Wir stehen voll dahinter“, sagt Georg Beu. Nicht nur den Anlieferverkehr sehen die Bürgerinitiativen sehr kritisch – rund 20 Jahre lang sollen täglich 100 Lastwagen das Material für die Abdeckung zur Halde bringen. Die Aktivisten befürchten auch Belastungen für Mensch und Natur durch das Material selbst. Im Zuge der Rekultivierung will K+S den Kaliberg mit 12 bis 13 Millionen Tonnen Bodenaushub und Bauschutt überschütten, sodass sich dessen Grundfläche von derzeit 25 auf 40 Hektar vergrößern würde.

Bodenaushub der Zertifizierungsstufe Z 0 soll laut K+S die oberste Schicht der Abdeckung bilden. Das sei quasi unbelastetes Material, hatte Projektleiter Gerold Jahn bei einer Infoveranstaltung in Wathlingen im April 2016 gesagt. In einer Brechanlage soll der angelieferte Bauschutt zerkleinert und dann als Dränage in die Abdeckung der Halde eingebaut werden. Darüber wird laut Jahn belasteter Bodenaushub verteilt.

„Bislang ist noch nicht entschieden, ob dies Bodenaushub der Klasse Z 1 oder Z 2 sein wird“, sagt Beu. „Auf jeden Fall sind das Abfallstoffe, die auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, sogenannte PAK, enthalten können.“ Viele PAK haben laut Umweltbundesamt krebserregende, fortpflanzungsgefährdende und genverändernde Eigenschaften. Zudem sind sie sehr langlebig.

Für die Bürgerinitiativen ist der Standort der Brechanlage problematisch. Sie soll zwischen dem Wathlinger Wohngebiet Kolonie und der Halde aufgebaut werden. „Bei den bei uns vorherrschenden Westwinden weht der Staub bis in die Kolonie.“ Zwar hat der K+S-Projektleiter in Wathlingen versichert, es werde kein Bauschutt aus Kernkraftwerken eingebaut. Doch dieser Aussage traut Beu nicht.

Zudem sehen die BIs die Qualität des Grundwassers bedroht. Die Halde hat laut Beu bereits jetzt ein Gewicht von 22 Millionen Tonnen. „Wir befürchten, dass sie schon längst in den Grundwasserspiegel eingesackt ist. Die Folge wäre eine Versalzung des Wassers. Beim Kaliberg in Giesen ist genau das passiert.“ Deshalb verlangen die BIs seit Juni 2016 vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Information über die Wasserverhältnisse in den tiefen Schichten. Man habe ihnen daraufhin zwar erlaubt, in einem Kellergeschoss Akten einzusehen. „Aber dort waren gerade Handwerker, sodass wir wegen des Staubs noch nicht einmal die Pläne ausbreiten konnten“, berichtet Beu. „Wir haben jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um mehr Druck zu machen, damit wir endlich an die Daten kommen.“

Angesichts all dieser Unwägbarkeiten „fordern wir nach wie vor, den Kaliberg unter Tage zu bringen, da gehört er hin“, betont Beu.

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