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Tote Bäume: Untersuchung verläuft im Sande

Dedenhausen Tote Bäume: Untersuchung verläuft im Sande

Die Regionsverwaltung wird aller Voraussicht nach nicht herausbekommen, wer für den Umweltschaden am Ortsrand Dedenhausens in Nähe der Entsorgungsfirma Remondis verantwortlich ist. Die Einwohner des Dorfs sind enttäuscht und verärgert. Die Gemeinde fordert jetzt den Untersuchungs-
bericht an.

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Momentaufnahme vom 3. Oktober: Während am alten Bahndamm in Dedenhausen das Gras inzwischen neu ausgeschlagen und wieder grün ist, sehen die Bäume wie tot aus - ohne ein grünes Blatt.d

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dedenhausen. Auf eine Länge von etwa 100 Metern waren im Juni Gräser, Bäume und Büsche abgestorben. „Die von der Region Hannover veranlassten Untersuchungen haben keine eindeutige Hinweise ergeben, wodurch die Pflanzen-
schädigungen entstanden sind und wer sie verursacht hat“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

Auch die Landwirtschaftskammer, deren Stellungnahme der Region seit etwa einer Woche vorliegt, habe keine Hinweise gefunden. „Wir werden aber noch ein Gespräch mit dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover führen, das für die Firma Remondis zuständig ist“, kündigt Abelmann an. Das Unternehmen sammelt auf seinen Betriebsgelände in Dedenhausen schadstoffhaltige Abfälle und verteilt sie an Spezialfirmen, die sie fachgerecht entsorgen sollen.

Für die Gemeinde ist das Untersuchungsergebnis nach den Worten des Rathaussprechers Andreas Fitz unbefriedigend. Man habe daher den Untersuchungsbericht angefordert. „Wir wollen wissen, weshalb die Untersuchungen erfolglos waren.“

Die scheidende Regionsabgeordnete Marion Gellermann (CDU), die mehrfach das Untersuchungsergebnis angefordert hatte, ist ebenfalls enttäuscht. Nach ihrer Ansicht hätte man zumindest feststellen können, ob unsachgemäß das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gespritzt wurde oder nicht. „Wenn man das ausschließen kann, wäre die Landwirtschaft entlastet“, sagt Gellermann. Die Untere Naturschutzbehörde der Region hatte den Umweltschaden anfangs auf einen Glyphosat-Einsatz zurückgeführt.

Deutliche Worte findet der frühere Bürgermeister Reinhard Brandes, der die Öffentlichkeit im Juni auf den Umweltschaden aufmerksam gemacht hatte. „Ich habe den Eindruck, dass man die Sache im Sande verlaufen lassen will.“ Diese Einschätzung teilten auch andere Einwohner Dedenhausens. „Dass die Sache aufgeklärt wird, liegt uns sehr am Herzen. Es ist unangenehm, wenn es keine Klarheit gibt“, sagt Sönke Leßmann, Ortsratsmitglied und Sprecher der Zukunftswerkstatt. Denn auf dem Betriebsgelände gebe es Altlasten, die schon aus der Zeit vor Remondis stammten. Deshalb ist Brandes der Auffassung: „Man hätte nicht nur oberflächliche Bodenproben ziehen sollen, sondern auch aus tieferen Bereichen. Dort, wo die Bäume ihre Wurzeln haben.“

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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