Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Volksfest muss vorzeitig enden

Dollbergen Volksfest muss vorzeitig enden

Ein abruptes Ende hat das Dollberger Volksfest am Sonnabend genommen. Um 22 Uhr mussten der Veranstalter, die Schaustellerfirma Musiolek, und die Volksfest-Arbeitsgemeinschaft das Vergnügen abbrechen. Der Grund: In der Nacht zuvor hatte der Lärmpegel den erlaubten Wert von 70 Dezibel überschritten.

Voriger Artikel
Das Ziel: Unbelastetes Grundwasser
Nächster Artikel
Obershagen feiert wieder sein Dorffest

Johann Ridtschenko (mit Megafon) stimmt im Festzelt mit Besuchern, die nicht gehen wollen, Sprechchöre und
Lieder an.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Dollbergen. Gegen das Fest klagt eine Nachbarin. In einem Eilverfahren hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg einen Vergleich vorgeschlagen, den die Klägerin, die Gemeinde Uetze, die Firma Musiolek und die Arbeitsgemeinschaft, die das Festprogramm zusammengestellt hatte, annahmen: Es durfte in der Nacht zu Sonnabend nicht lauter als 70 Dezibel werden. Falls nicht, sollte das Fest am Sonnabend nur bis 22 Uhr dauern.

Die nächtlichen Messungen eines Sachverständigen ergaben, dass der Grenzwert mehrmals überschritten wurde. „Es waren nicht die Musik und der Schausteller. Es waren Leute, die gegrölt haben“, berichte Arbeitskreismitglied Thomas Kannenberg.

Er, Ortsbürgermeisterin Tove Knebusch und der Radiomoderator Uwe Worlitzer gaben am Sonnabend um Punkt 22 Uhr bekannt, dass sofort Schluss sein müsse. „Wenn wir dagegen verstoßen, kann das Fest überhaupt nicht mehr stattfinden“, sagte Worlitzer. Kannenberg und Knebusch wiesen darauf hin, dass die Gäste im Gasthaus Höbbel weiterfeiern könnten.

Doch davon wollten rund 100 - zumeist junge - Festbesucher nichts wissen. Sie machten im Zelt einen Sitzstreik, stimmten Lieder an und riefen: „Wir bleiben hier!“ Um 22.45 Uhr gelang es dem Schausteller Ingo Musiolek, die Protestler dazu zu bewegen, das Festzelt zu verlassen.

Kommentar

Bärendienst erwiesen

Dass die Stimmung in Dollbergen wegen des jahrelangen Streits um das Volksfest gereizt ist, kann man nachvollziehen. Ebenso verständlich ist, dass junge Menschen feiern wollen und gegen ein Feierverbot protestieren. Doch bei ihrem Protest haben sie jetzt überzogen – und damit dem Veranstalter und den Organisatoren einen Bärendienst erwiesen. Denn in zwei Verfahren gegen die Genehmigung des Festes steht die Gerichtsentscheidung noch aus. Mit ihrem Verhalten haben die Protestierenden der Klägerin neue Argumente geliefert.

Nun zogen sie pfeifend vor das Grundstück der Klägerin und protestierten dort lautstark. Um 23.30 Uhr überspannten sie den Bogen: Da flogen nach Auskunft der Polizei Eier gegen das Haus. Ungefähr eine Stunde später zündeten die Protestierenden ein Feuerwerk, um die Klägerin um die Nachtruhe zu bringen.

Trotz des vorzeitigen Endes des Volksfestes am Sonnabend haben die Dollberger am Sonntag weitergefeiert. Am Nachmittag zog eine bunte Karawane durch das Dorf. Fast alle Umzugsteilnehmer hatten sich Aufkleber „Volksfest: Ja“ angepappt. Das eigentliche Motto waren jedoch die Achtzigerjahre. Die Frauen der Kegelgruppe Fuhseschnecken hatten ihre Schränke nach Klamotten aus der Zeit durchsucht und diese angezogen. Verkleidet hatten sich auch Walter Kobbe und Hans-Walter Schuster, die in Schusters Fiat, Baujahr 1966, fuhren. Sie hatten sich langhaarige Perücken aufgesetzt.

Ein anderer Programmhöhepunkt war das Mannschaftsspiel Bier-Pong am Freitagabend. Die Beteiligung war größer als erwartet. 30 Dreierteams traten zu dem Wettspiel an. „Wir hatten mit etwa zehn Anmeldungen gerechnet“ sagte Thomas Kannenberg aus der Volksfest-Arbeitsgemeinschaft. Es siegte die Gruppe mit dem Namen BCP Einlocher. Einen Spaßkönig gab es mangels Beteiligung an dem Spiel „Hau den Lukas“ nicht. Nur ein Erwachsener machte mit.

Der neue Sportschützenverein ermittelte erstmals mit einem Lichtpunktgewehr einen Jugendkönig. Chantal Gregory gewann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

doc6sm533erexe15n0mxchw
Früher ist Weihnachten schlichter gewesen

Fotostrecke Uetze: Früher ist Weihnachten schlichter gewesen