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Viel Platz zum Baden und Sonnen

Uetze Viel Platz zum Baden und Sonnen

Sommerzeit ist Badezeit, will man einen kühlen Kopf bewahren an heißen Tagen. Darum sind wir einfach mal reingesprungen in unsere Freibäder. Und haben dort Menschen getroffen, die ihrer Badeanstalt besonders verbunden sind. Diesmal: Werner Meyer in der Batze, dem Uetzer Freibad.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Uetze. Ohne ehrenamtliche Helfer wäre die Batze, deren Betrieb die örtliche Freibadgenossenschaft 2011 übernommen hat, längst geschlossen. Zum Team, das im Sommer mit einem Aufsitzmäher die weitläufigen Liegewiesen mäht, gehört Werner Meyer.

„Wir sind fünf oder sechs und wechseln uns ab“, sagt der 64-jährige Rentner. Jeder komme in der Saison etwa viermal an die Reihe. Außerdem habe er in diesem Sommer zweimal außer der Reihe gemäht, weil der Rasen zu lang geworden war. „Es dauert immer drei, vier Stunden“, sagt Meyer.

Schwimmmeisterin Gabi Mühlich kann Meyer immer anrufen, wenn kleine Reparaturen anfallen und auch sonst helfende Hände benötigt werden. So hat der Elektriker kürzlich eine Lampe repariert und auch schon beim Schneiden der vielen Hecken geholfen. So trifft man den Uetzer fast jeden Tag im Bad - so wie vor mehr als 50 Jahren.

Auch damals war das gerade neu gebaute Freibad Walter Meyers bevorzugter Ort im Sommer. Den Namen Batze gab es damals noch nicht. „Wir haben Badeanstalt gesagt“, erinnert sich Meyer. Schwimmen habe er mit Unterstützung seiner Mutter gelernt. Kaum ein Gleichaltriger sei damals zum Schwimmunterricht gegangen.

Seine ersten Schwimmversuche machte der Uetzer im Nichtschwimmerbecken. Denn als die Badeanstalt 1959 eröffnet wurde, gab es nur dieses. Das Schwimmerbecken, das heute über sechs 50-Meter-Bahnen verfügt, wurde erst ein Jahr später fertig.

Mit seiner Mutter wagte er sich das erste Mal ins Schwimmerbecken. „Weil ich unsicher war, bin ich nur kurz über eine Ecke geschwommen“, erzählt Meyer. Nach und nach sei er mutiger geworden. 1963 bestand er innerhalb von rund zwei Monaten die Frei- und Fahrtenschwimmer- sowie die Jugendschwimmscheinprüfung. Der damalige Schwimmmeister Willi Wagner nahm die Prüfungen ab. „Den nannten alle Bade-Willi“, sagt Meyer.

„Wir haben uns als Kinder mit Freunden und Klassenkameraden im Bad getroffen und waren fast die ganze Zeit über im Wasser“, erinnert sich Meyer. Wenn sie gefroren und blaue Lippen bekommen hätten, seien sie zum Aufwärmen auf die heißen Platten der Beckenumrandung gegangen.

„Als Jugendliche haben wir oft unter dem Sprungturm Eckenpacken gespielt. Da hat es oft Ärger mit Bade-Willi gegeben“, erinnert sich Meyer. Abends, wenn es nicht mehr voll gewesen sei, habe er manchmal ein Auge zugedrückt und das Fangenspielen erlaubt.

Fußball war ebenfalls verboten. „Bade-Willi hat uns immer den Ball weggenommen“, erzählt der 64-jährige. Erst nach langem Betteln rückte der Schwimmmeister das Spielgerät wieder heraus. „Dann haben wir Köppen gespielt. Das war erlaubt.“

In der Jugendzeit hätten er und Gleichaltrige sich mit Mädchen im Bad verabredet. Treffpunkt sei die Liegewiese im Süden gewesen, auch Liebeswiese genannt.

„Dann kam irgendwann die Familienzeit“, erinnert sich der Vater dreier erwachsener Kinder und zweifache Großvater. Da hätten sich mehrere befreunde Familien mit Kindern am Planschbecken getroffen. „Wir hatten immer eine Kühltasche mit Essen und Getränken dabei“, erzählt Meyer.

Heute geht er immer noch regelmäßig zum Schwimmen „Im Durchschnitt sechsmal in der Woche“, sagt der 64-Jährige. Dann nutzt er meistens das Privileg, das Mitglieder der Freibadgenossenschaft mit Saisonkarte haben. Sie können vor Beginn der offiziellen Öffnungszeit mithilfe eines Transponders durch ein Drehkreuz zum Frühschwimmen in die Batze gelangen.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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