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Volksfest hat kaum noch eine Chance

Dollbergen Volksfest hat kaum noch eine Chance

Am Freitag trifft sich der Dollberger Arbeitskreis Volksfest, um die dreitägige Veranstaltung vom vergangenen Wochenende nachzubereiten und darüber zu diskutieren, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll.

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Ausgelassen haben Volksfestbesucher am Sonnabend kurz vor 22 Uhr gefeiert.

Quelle: Freidrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Dieses Jahr konnte das Vergnügen nur unter strengen Auflagen stattfinden - die jedoch nicht zu erfüllen waren. Grund ist die Klage einer Anliegerin des Festplatzes.

Die Feier ist am Sonnabend um 22 Uhr abgebrochen worden, weil in der Nacht zuvor die erlaubte Lautstärke von 70 Dezibel überschritten wurde. Die Lärmmessungen waren die Voraussetzung dafür, dass das Fest überhaupt stattfinden durfte. Eine Nachbarin, die gegen die Genehmigung des Festes klagt, hatte die Lärmmessungen vor dem Oberverwaltungsgericht erwirkt.

Die Gemeinde, die für die Genehmigung zuständig ist, wird nach Auskunft von Bürgermeister Werner Backeberg wieder ihren Teil dazu beitragen, dass Dollbergen auch 2016 feiern kann. Er selbst gibt dem Dorffest auf dem Festplatz allerdings wenig Zukunftschancen, „wenn der Nachbarschaftsstreit fortbesteht und die Nachbarin nicht einlenkt“. Ein Volksfest unter den Bedingungen vom vergangenen Wochenende kann sich Backeberg nur schwer vorstellen: „Feiern mit gebremstem Schaum macht keinen Spaß.“ Eine Alternative zum Veranstaltungsort Festplatz sieht Backeberg in Dollbergen derzeit nicht.

Am vergangenen Sonnabend protestierten - zumeist junge - Festbesucher zunächst im Zelt gegen das abrupte Ende des Vergnügens. Gegen 22.45 Uhr zogen sie zum Grundstück der Klägerin, um dort lautstark ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen. Später warfen sie Eier gegen das Haus und zündeten ein Feuerwerk. „Ich hätte mir gewünscht, dass dies nicht passiert wäre. Es sind Grenzen überschritten worden, die man nicht hätte überschreiten dürfen“, sagt Backeberg. Das Verhalten erschwere nun die Argumentation der Gemeinde in den noch laufenden Gerichtsverfahren gegen das Volksfest.

Für Backeberg ist nicht einzusehen, dass die Nachbarin möglicherweise vor Gericht Recht bekommt. „Ihr sind immer wieder Alternativen angeboten worden“, berichtet der Bürgermeister. So hatte der inzwischen insolvente Schützenverein angeboten, die Kosten für einen Hotelaufenthalt während des Volksfestes zu übernehmen.

Der Bürgermeister macht darauf aufmerksam, das die Lärmbelästigungen im Umfeld des Platzes bereits geringer geworden sind. Das Schützenheim wird nach der Auflösung des Vereins nicht mehr genutzt. Außerdem ist die Feuerwehr weggezogen. „Die Belästigung für die Nachbarn reduziert sich auf drei Tage im Jahr“, sagt Backeberg.

Hintere Bebauung ist der Fehler

Nach Einschätzung von Bürgermeister Werner Backeberg war es ein Fehler, auf der Südseite der Alten Dorfstraße eine rückwärtige Bebauung zuzulassen. Damit sind die Wohnhäuser dichter an den Festplatz herangerückt. Erst, als die ersten Wohnhäuser in zweiter Reihe standen, stellte der Rat einen Bebauungsplan für das Gebiet auf. Mit der Verabschiedung des Plans 2005 verfolgte das Gremium das Ziel, die hintere Bebauung zu regeln und den Bestand des Festplatzes zu sichern. Zwei Grundstückseigentümer klagten jedoch gegen den Bebauungsplan. In einem Normenkontrollverfahren hob das Oberverwaltungsgericht Lüneburg 2008 die Festsetzung der Nutzung des Festplatzes auf. Mit Ausnahme von 2011 fand das Volksfest dort trotzdem statt. 2012 verständigten sich die streitenden Parteien in einem Mediationsverfahren darauf, dass das Dorf unter bestimmten Bedingungen das Volksfest auf dem Festplatz feiern darf. Allerdings fühlt sich eine Nachbarin nicht mehr an das Mediationsergebnis gebunden.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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