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Trockenheit erhöht die Brandgefahr

Uetze/Burgdorf Trockenheit erhöht die Brandgefahr

Es ist heiß, es ist sehr trocken, und es weht ein leichter Wind: Seit Tagen gilt für die Wälder und das Grasland im Osten der Region die zweithöchste Brandgefahrenstufe. Das momentane Septemberwetter hat Seltenheitswert. Zuletzt war es 1997 so trocken.

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Folge der Trockenheit: Bei der Feldarbeit staubt es gewaltig.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze/Burgdorf. Garten- und Balkonbesitzer greifen fast jeden Abend zur Gießkanne oder zum Gartenschlauch, um ihre Pflanzen vor dem Vertrocknen zu retten. Entlang der Straßen und an den Waldrändern tragen zahlreiche Bäume bereits braune Blätter. Das ist nicht die Herbstfärbung, sondern Folge des Wassermangels.

Das Septemberwetter 2016 hat Seltenheitswert. „Zuletzt war es 1983 und 1997 so trocken, aber nicht so extrem heiß“, sagt Carsten Fricke. Der Schwüblingser Landwirt führt seit fast 40 Jahren akribisch Buch über die Wetterereignis in seinem Heimatdorf und kann daraus so manche Gesetzmäßigkeit ableiten. „Im September sind bei uns gerade einmal 16 Millimeter Regen gefallen.“ Das Hauptproblem sei jedoch, dass auch der August schon zu wenig Regen gebracht habe. „Im Boden ist keine Feuchtigkeit mehr.“

Forstwirtschaft: Im Beerbusch und im Burgdorfer Holz macht sich der Wassermangel längst bemerkbar: Der Farn im Unterholz sieht braun aus, ebenso wie die Blätter zahlreicher Bäumen. „Das sind Trockenheitsschäden“, sagt Revierförster Thomas Behling. Angesichts der Situation bittet er Spaziergänger und Radfahrer, sich ungedingt an das generelle Rauchverbot im Wald zu halten. Dieses gilt vom 1. März bis zum 31. Oktober. „Jede Art von offenem Feuer ist in dieser Zeit im Wald verboten“, betont Behling. Seit Tagen steht der Waldbrandgefahrenindex auf Stufe 4 von maximal fünf.

Feuerwehr: Leider sehe er immer wieder Leute, die im Wald rauchten, sagt Burgdorfs Ortsbrandmeister Florian Bethmann. Bei der aktuellen Trockenheit sollten Autofahrer ebenfalls daran denken, keine Zigarettenkippe aus dem Fahrzeugfenster zu schnippen. „Extrem prekär ist zurzeit auch der Graslandbrandindex“, sagt Bethmann. Auch hier ist die Stufe 4 längst erreicht.

„Man mag es kaum glauben, dass im September noch solch eine Waldbrandgefahr besteht“, sagt Bethmann. Um ein Feuer im Burgdorfer Holz schnell und effektiv löschen zu können, gibt es dort laut Ortsbrandmeister mehrere Löschbrunnen und eine recht gute Hydrantenleitung mit mehreren Entnahmestellen, die direkt vom Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel gespeist wird. „Und natürlich haben wir Fahrzeuge mit großen Wassertanks“, sagt er.

Trinkwasserversorgung: Anders als in Bayern, wo einige Kommunen ihren Bürgern Wassersparen verordnen, müssen sich die Kunden der hiesigen Wasserversorger keine Sorgen machen, dass das Trinkwasser knapp wird. „Wir fördern unser Wasser aus einer Tiefe von 40 Metern, da macht sich das derzeitige Wasserdefizit nicht bemerkbar“, sagt Sandra Ramdohr, Pressesprecherin des Wasserverbands Peine, der das Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel betreibt. Die Brunnen gewinnen das Trinkwasser aus dem zweiten Grundwasserstock.

Erst wenn die negativen Niederschlagsbilanzen mehrere Jahre anhielten, hätte das Folge für die Trinkwassergewinnung. „Doch die Untere Wasserbehörde der Region achtet darauf, dass wir die Wasserressourcen im Burgdorfer Holz nicht überstrapazieren“, betont Ramdohr.

Landwirtschaft: Auf das Grundwasser, das sich unter den Äckern bildet, greifen auch die Bauern zurück, um ihre Feldfrüchte zu beregnen. Allerdings nutzen sie den ersten Grundwasserstock. Die Beregnung sichert nicht nur die Erträge, sondern auch die Qualität der Ackerfrüchte. Zurzeit müssen noch die Zuckerrüben beregnet werden, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.

Optimal für eine gute Zuckerrübenernte sind die Bedingungen trotzdem nicht. Denn sowohl das Beregnen als auch die relativ warmen Nächte behindern die Einlagerung von Zucker in den Rüben, erklärt Landwirt Carsten Fricke. Beim Mais, der als ganze Pflanze geerntet wird, hat auch das Beregnen wenig genutzt. Wegen der Trockenheit ist er notreif geworden und die Blätter an den Stengeln sind vertrocknet.

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