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Wissensnetz braucht keine digitale Datenbank

Uetze Wissensnetz braucht keine digitale Datenbank

Das Wissensnetz ist ein Vorzeigeprojekt der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue. Beim bundesweiten Wettbewerb "Gemeinsam stark sein" für innovative Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raums hat es das Wissensnetz ins Finale der 24 besten Wettbewerbsbeiträge geschafft.

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Mütter, die über das Wissensnetz Kontakt zu anderen Müttern suchen, lädt das KESS zur Eltern-Kind-Gruppe ein, die sich in den KESS-Räumen trifft.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Nienhagen/Uetze/Hänigsen. Ziel des Wissensnetzes ist es, das Wissen von Einwohnern aus der Gemeinde Uetze sowie den Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel miteinander zu verknüpfen. Die Zentrale ist das Familienzentrum KESS in Nienhagen. Außenstellen gibt es im Familienhaus in Uetze, in der Kunstspirale in Hänigsen sowie in Wathlingen und Wienhausen.

"Ich suche für meine 75-jährige Mutter eine Haushaltshilfe", "Ich brauche einen Babysitter" oder "Mein Kind benötigt Nachhilfeunterricht" - das seien typische Anfragen, sagt die ehrenamtliche KESS-Geschäftsführerin Simone Welzien. Es meldeten sich auch Einwohner, die eine Möglichkeit suchen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch Ehrenamtliche fragten nach Rat, wenn sie Hilfe benötigten - etwa bei der Flüchtlingsbetreuung.

Welzien streicht heraus, dass die Mitarbeiterinnen des Wissensnetzes keine anonyme Datenbank verwalten. "Wir suchen das Gespräch und hören während eines Telefonats genau zu", betont sie. So könne sich während der Unterhaltung herausstellen, dass sich ein Rentner einsam fühle und Kontakte suchen, wenn er fragt, ob sich eine Grundschule nach Lesepaten umschaue. Einsame Menschen lade das KESS zu seinen offenen Angeboten wie das Klön-Café ein. "Oft können wir auch Beratungen anbieten", sagt Welzien. "Wir haben nicht für alles eine Lösung", räumt sie ein. Meistens gelinge es aber, den Ratsuchenden mit einem Fachmann zusammenzubringen, der die Frage beantworten könne.

Das KESS ist mehr als nur die Zentrale des Wissensnetzes. Es ist vom Bundesfamilienministerum als Mehrgenerationenhaus anerkannt. Das Familien-, Senioren- und Integrationsbüro begleitet Asylsuchende bei Alltagsfragen, vermittelt Tagesmütter und bietet beispielsweise eine Stillberatung, offene Familiengruppen und eine Sprechstunde für Trauernde an. "Wir sind auch Großtagespflegestelle. Wir haben 30 Kinder im Haus - 15 ganztags, 15 halbtags", berichtet Welzien. Im Bildungsprogramm für Erwachsene stehen beispielsweise ein Familienbegleiterkursus, autogenes Training und ein Workshop Fotografie. Der Kwährdenker-Club macht Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.

Das KESS, das Uetzer Familienhaus und die Hänigser Kunstspirale arbeiten nicht nur beim Wissensnetz zusammen. Praktikerinnen der drei Einrichtungen treffen sich vierteljährlich zu einer Mitarbeiterbesprechung. "Wir sind drei unterschiedliche Schwestern", sagt Welzien. Die Einrichtungen hätten unterschiedliche Kompetenzen. Davon profitierten sie gegenseitig. So ziehe das KESS Nutzen aus den Erfahrungen der Kindertagesstätte des Familienhauses.

Mehrere Fördertöpfe angezapft

Träger des KESS in Nienhagen mit seinen Zweigstellen in Wathlingen und Wienhausen ist ein gemeinnütziger Verein. Er besteht seit 1997. Die Mitgliedsbeiträge decken nach Angaben  Simone Welziens aber nur zu einem Bruchteil die Kosten. "Wir haben verschiedene Fördertöpfe", sagt sie. Die wichtigsten Partner seien die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel. Außerdem unterstützten das Bundesfamilienministerium, das Land Niedersachsen, der Landkreis Celle und Sponsoren das KESS finanziell. Um eine staatliche Förderung zu erhalten, seien gute Konzepte erforderlich, betont Welzien. Einnahmen erzielt das KESS auch mit seinen Kursen.

28 Angestellte, die als geringfügig Beschäftigte, Teilzeit- oder Vollzeitkräfte arbeiten, ermöglichen das umfangreiche Angebot des KESS. Hinzu kommen Ehrenamtliche im hauswirtschaftlichen Bereich des Familienzentrums und bei der Flüchtlingsbetreuung.

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An die  KESS-Mitarbeiterinnen Alisa Christott (von links), Simone Welzien und Chantal Roy können sich Ratsuchende mit ihren Fragen wenden.

Quelle: Freidrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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