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Rektorenhaus musste neuer Post weichen

Uetze Rektorenhaus musste neuer Post weichen

Uetzer, die um 1900 gelebt haben, würden heute ihr Dorf kaum wiedererkennen. Die vielen Veränderungen im Ortsbild in den vergangenen 100 Jahren will Wolfgang Braatz, Archivar des Uetzer Heimatbunds, dokumentieren.

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Die frühere Bäckerei Seffer hat sein Aussehen vollkommen verändert.

Quelle: Wolfgang Braatz

Uetze. Er legt in der Heimatstube unter der Überschrift "Uetze gestern und heute" ein Fotoarchiv an. Darin stellt er historische Aufnahmen aktuelle Fotos gegenüber, die er selbst gemacht hat. "Ich suche noch händeringend alte Bilder. Sie sollten möglichst älter als 70 Jahre sein", sagt Braatz.

Etliche alte Fotos hat er schon zusammengetragen. "Viele eingeschossige Häuser sind irgendwann mal aufgestockt worden", hat der Archivar in Erfahrung gebracht. Das beste Beispiel sei Mimis Bistro an der Ecke Markt-/Kaiserstraße. Eine alte Ansichtskarte zeigt nicht nur, dass das Gebäude früher viel kleiner war. Es beherbergte früher ein Kolonialwarengeschäft.

Andere Gebäude haben bei Umbauten ebenfalls ihr Aussehen vollkommen verändert. Zwei stehen am Thielenplatz. Das verklinkerte Gebäude, in dem sich jetzt eine Spielhalle befindet, war vor Jahrzehnten die Gaststätte Deutsches Haus. Der Wirt hieß Hermann Thiele. "Nach ihm ist der Thielenplatz benannt", weiß der Heimatforscher. Später war der Gaststättensaal das erste Uetzer Kino.

Gleich nebenan befindet sich die frühere Bäckerei Seffer, zu dem zeitweilig ein Café gehörte. "Das Café ist nicht mehr zu erkennen", stellt Braatz fest.

"Jammerschade" findet er, dass das frühere sogenannte Rektorenhaus an der Kirchgasse in den 1960-er Jahren abgerissen wurde. Denn es war nach dem großen Uetzer Brand von 1863 nach Plänen des berühmten Architekten Conrad Wilhelm Hase gebaut worden. Auf dem Grundstück baute die Deutsche Bundespost nach dem Abriss zunächst ein Gebäude für die Telefonvermittlung - es war die letzte per Hand in der alten Bundesrepublik - und wenige Jahre später davor ein neues Postamt direkt an der Kaiserstraße. Heute ist dort eine Versicherungsagentur. Das Postamt war zuvor an der Kirchstraße. "Wilhelm Bode hat es extra für die Post gebaut", weiß Braatz.

"Das Strickdreier-Haus an der Burgdorfer Straße steht nicht mehr", klagt Braatz. Strickdreier habe man den Seilfabrikanten Deister genannt, erläutert der Heimatforscher. Vom einstigen Sägewerk Bode an der Burgdorfer Straße ist nicht viel mehr als das stattliche Wohnhaus übrig geblieben. Alte Luftaufnahmen zeigen wie groß, das Firmengelände einmal war.

Wie das Postamt an der Kirchstraße haben auch andere Gebäude ihre ursprüngliche Funktion eingebüßt. So weiß kaum jemand, dass einmal in einem Haus am Baarsweg eine Försterei und auf dem Eckgrundstück Gifhorner/Bernroder Straße eine Gastwirtschaft waren.

Andere historische Aufnahmen zeigen, dass die Burgdorfer und die die Dedenhäuser Straße Alleen war. Ein Fotograf hat die Baumfällarbeiten an der Dedenaäuser Straße festgehalten.

Wer für das Fotoarchiv alte Bilder zur Verfügung stellen will, soll sich bei Braatz, Telefon (05173) 6024, melden. Wer sich das Fotoarchiv in der Heimatstube ansehen will, kann sich an ihn oder den Heimatbund-Vorsitzenden Peter Doms, Telefon (05173) 7752, wenden. 

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Fotostrecke Uetze: Rektorenhaus musste neuer Post weichen

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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