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Hochwassergefahr bremst Ortsentwicklung aus

Obershagen Hochwassergefahr bremst Ortsentwicklung aus

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat das Überschwemmungsgebiet der Burgdorfer Aue bei einem Jahrhunderthochwasser neu berechnet – und vorläufig gesichert. Die Folge: Obershagen kann sich kaum noch entwickeln, denn im Überschwemmungsgebiet gilt Bauverbot.

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Nach den Berechnungen des Niedersächsische Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz würde die Hauptstraße in Obershagen bei einem Jahrhunderthochwasser überflutet.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Obershagen. In der gemeinsamen Sitzung des Ortsrats und des Planungsausschusses des Gemeinderats am Dienstagabend wurden jedoch erhebliche Zweifel laut an den Berechnungen des NLWKN. Dessen Experten gehen davon aus, dass die Aue bei einem Jahrhunderthochwasser Teile Obershagens zwischen den Straßen Im Winkel und Am Sportplatz sowie Grundstücke an der Ringstraße überflutet. Auch die Hauptstraße würde nördlich der Einmündung Am Sportplatz unter Wasser stehen. „Sie wird zum Fluss“, stellte Steffen Hipp vom Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse anhand der Karte des Landesbetriebs fest.

Die Aussiedlerhöfe in den Osterwiesen – der Rindermastbetrieb Beneke und das Gehöft Müller – würden zu einer Warft mitten im Hochwasser. Der Milchhof Osterwiesen wäre sogar komplett überschwemmt.

Obershagens Ortsbürgermeister Andreas Staas (CDU) stellte die Grenzen des Überschwemmungsgebiets infrage: Er könne nicht nachvollziehen, weshalb auf der Südseite der Straße Im Winkel Wasser stehen solle und auf der Nordseite nicht.Hipp berichtete, dass das vom NLWKN berechnete Überschwemmungsgebiet der Aue von Mehrum bis zur Mündung des Seebecks mit seinen Beobachtungen übereinstimme. Aber: „Bei Obershagen passt es nicht mehr richtig“, sagte Hipp. So habe das Sommerhochwasser 2013 nicht die Aussiedlerhöfe in den Osterwiesen erreicht.

„Sie sollten einen Vertreter des NLWKN einladen“, empfahl deshalb Carsten Lange, Leiter des Teams Gewässerschutz Ost bei der Region Hannover, den Ortsrats- und Ausschussmitgliedern. Das Überschwemmungsgebiet der Innerste sei nach Ortsterminen noch im förmlichen Festsetzungsverfahren geändert worden. „Hilfreich wäre es, vier oder fünf Stellen zusammenzustellen, an denen es nicht passt“, riet Lange den Kommunalpolitikern.

„Wir sollten die Leute vom NLKWN hierher holen und mit den hiesigen Praktikern zusammenbringen“, griff SPD-Ratsherr Jürgen Buchholz Langes Vorschlag auf. Auch Eike Dralle (CDU) sprach sich dafür aus, das Gespräch vor Ort zu suchen.

Langes Kollege Jörg Thurow rechnet damit, dass das förmlichen Verfahren zur Ausweisung der Überschwemmungsgebiete der Aue nicht vor 2019 beginnt. Das ist kaum ein Trost für die Obershagener. Denn: „Die vorläufige Sicherung des Überschwemmungsgebiets hat dieselben Folgen wie dessen endgültige Festsetzung“, sagte Thurow.

Es darf wie bei einer Veränderungssperre, die die Kommunen erlassen, nichts mehr geändert werden. Grünland dürfe nicht mehr in Ackerland umgewandelt werden. Die Gemeinde könne zudem kein neues Baugebiet mehr ausweisen. Grundstückseigentümer dürften nur noch mit einer gebührenpflichtigen wasserrechtlichen Genehmigung bauen. Landwirte müssten für eine Betriebserweiterung auf eigene Kosten ein Gutachten in Auftrag geben und einen Ausgleich schaffen, sagte Lange. Das gehe aber nur auf sogenannten Retentionsflächen, auf denen das Hochwasser stehe und nicht fließe. „Im Abströmbereich geht gar nichts“, stellte er klar.

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Land unter in Obershagen: So hat es zumindest die Landesbehörde für Wasserwirtschaft für ein Jahrhunderthochwasser der Burgdorfer Aue berechnet.

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Quelle: Llorens
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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