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1. FC Brelingen sucht neuen Vorstand

Brelingen 1. FC Brelingen sucht neuen Vorstand

Der bisher letzte Vorsitzende des 1. FC Brelingen hat das Amt im März 2015 aufgegeben – ein Aufkündigungs-Klassiker: Außer der Familie brauchte die berufliche Fortbildung Zeit. Der große Sportverein sucht weiter nach einer Lösung.

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Der 1. FC Brelingen hat 15 Sparten.

Quelle: dpa/Symbolbild

Wedemark. „Dann fand sich keiner, wir wollten aber den Verein nicht den Bach heruntergehen lassen“, erläutern Bärbel Volmer und Birgit Euskirchen ihre Entscheidung. Kommissarisch übernahmen die stellvertretende Vorsitzende und die Kassenwartin die Vorstandsgeschäfte - für ein Jahr, das im März 2016 abläuft.

Mit ihnen traten auch ihre Familien in diesen Job ein, werden mit eingespannt bei allerlei Aktionen, beschreiben die beiden Frauen ehrlich. Mal rund um die acht aufgestellten Papiercontainer am Vereinsheim sauber machen? Da stehen sie auch schon mal allein mit ihren Männern und einer Übungsleiterin.

„15 Sparten, gute Sportanlagen, ein gesunder Verein, und Schulden gibt es auch nicht“, diesen blendenden Ausweis stellt Volmer ihrem 1. FC begeistert aus. Auch reichlich engagierte Aktive gebe es. „Die mischen schon in vielen Gruppen mit“, bestätigt sie. Aber dann noch im Vorstand Verantwortung übernehmen - da winken sie doch ab. „Man spricht die einen und anderen an, wir thematisieren es auf jeder Sitzung auch mit den Spartenleitern, aber wir haben nur Absagen bekommen“, bedauert Euskirchen. Vor allem das Argument Zeit zerschlägt die Hoffnungen auf einen neuen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende. 25- bis 30-Jährige machen Familienplanung, zwischen 40 und 60 sind die Leute beruflich angespannt, und über 60 engagieren die rüstigen Rentner sich inzwischen eher für sich selbst und reisen, solange sie es können - Fakten mit Folgen. Im Heidekreis, so haben die beiden Frauen auf ihrer Suche erfahren, haben sich Vereine zusammengetan und bezahlen einen gemeinsam angeheuerten berufsmäßigen Vorstand. Die Einzelvereine werden zu Abteilungen. Arbeit ist genug da, wissen die „Kommissarischen“ allein für den Brelinger Verein.

In der Sache ist Professionalität auch bei den ehrenamtlich ausgeführten Vereinsämtern längst gefordert: Rechtsfragen, Buchhaltung, Mitgliederverwaltung - in Brelingen jetzt 750 -, Kostenpläne, Bauvorhaben, Personalkosten für Übungsleiter, Pachtzahlungen, Spenden, Verwaltung des Sportlerheims und des alten Vereinsheims mit Gaststätte, Außenanlagen, Veranstaltungsorganisation. Es sind Anforderungen wie in einem mittleren Wirtschaftsunternehmen.

Als Modell weitergedacht, käme ein solcher Zusammenschluss vor Ort besonders für die Sportvereine mit ähnlich gelagerten Aufgaben infrage, also neben dem 1. FC den Reit- und Fahrverein Brelinger Berg und Schützenverein. Langfristig, so sehen es die beiden Frauen inzwischen, müssten sich die Vereine zusammentun.

Rekord: 800 Mitglieder zum 40-jährigen Bestehen

Der 1. FC Brelingen wurde am 12. Juni 1961 als Fußball-Club gegründet. Die Fußballer trainierten zunächst in Elze, weil es in Brelingen noch keinen Sportplatz gab. 1969 und 1970 kamen als erste Erweiterungen eine Damen-Gymnastikgruppe und das Kinderturnen hinzu. Auf dem Höhepunkt erfolgreicher Arbeit durften sich die Vereinsaktiven im 1. FC – damals mit dem Vorsitzenden Friedrich Bernstorf – zum 40-jährigen Bestehen im Jahr 2001 fühlen. Die Mitgliederzahl erreichte die Rekordmarke von 800. Damals wurde der Neubau des Sport-und Sanitärgebäudes in Betrieb genommen. 2008 gibt Bernstorf das Amt nach zwölf Jahren ab, Sascha Böhnke übernimmt. Nach sieben Jahren, am 6. März 2015, tritt er zurück. Ein Nachfolger wird nicht gefunden. Bärbel Volmer und Birgit Euskirchen führen den Verein seither kommissarisch. Anfang März 2016 stehen Vorstandswahlen an.

Ursula Kallenbach

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