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Eifersucht: Mit 3,5 Promille zugeschlagen

Wedemark Eifersucht: Mit 3,5 Promille zugeschlagen

600 Euro Strafe muss ein Wedemärker zahlen, weil er volltrunken und aus Eifersucht mit einem Hammer den Audi seines Freundes zertrümmert hat. Im Amtsgericht Burgwedel zeigte sich der 38-Jährige, der sich selbst als Alkoholiker einstufte, voll geständig.

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Nicht mit einem Richterhammer, sondern einem Holzspalthammer hat ein Wedemärker das Auto seines Kumpels zertrümmert. Dafür wurde er jetzt zu einer Geldstrafe verurteilt.

Quelle: Symbolbild

Wedemark/Burgwedel. "Wir hatten etwas getrunken und dann ist es eben leider passiert", gab der Angeklagte im Gerichtssaal zu Protokoll. Über das "Etwas" lässt sich jedoch streiten: Mit satten 3,48 Promille Atemalkohol hatte die Polizei ihn festgenommen, als er im Dezember vergangenen Jahres auf einer Party bei sich daheim in der Wedemark ausgerastet war. "Ich war betrunken und extrem eifersüchtig", gestand der Randalierer.

Ein Freund von ihm hatte auf der Party bessere Karten bei den weiblichen Besuchern gehabt - auch der schicke Audi vor der Tür und der Führerschein im Portemonnaie des Kumpels hatten den Angeklagten nach eigener Aussage neidisch werden lassen. "Und dann habe ich einen Holzspalthammer gegriffen, der bei mir da rumstand und sein Auto so richtig bearbeitet." Das konnte auch das Opfer nur bestätigen: 5200 Euro hat die Reparatur gekostet - mit dem Axt-artigen Hammer hatte der Angeklagte Löcher in die Windschutzscheibe geschlagen sowie den Kotflügel und Kühlergrill eingedellt. "300 Euro Selbstbeteiligung hat das gekostet, und meine Versicherung hat mich heftig hochgestuft", schilderte der Zeuge.

Dennoch fand er ein gutes Wort für seinen Kumpel: "Wir hatten alle getrunken und er stand danach mit Blumen und Kuchen bei mir vor der Tür und hat sich entschuldigt." Die Annahme von Amtsrichter Michael Siebrecht, die beiden hätten sich also vertragen, konnte der Zeuge so nicht bestätigen: "Bei Geld hört die Freundschaft auf. Das war schon echt teuer", erklärte das Opfer. Seine Versicherung werde sich das Geld beim Angeklagten noch wiederholen. Dieser gestand bei der Befragung alles - entschuldigte sich und verwies auf sein Alkoholproblem.

3,48 Promille - als schuldunfähig wurde er dennoch nicht eingestuft: "Sie konnten sich heute an alles erinnern und damals auch mit der Polizei sprechen", betonte Siebrecht. Zudem war der 38-Jährige zuvor bereits neunmal wegen anderer Delikte bestraft worden. 60 Tagessätze à 10 Euro standen am Ende im Urteil. "Diese Aktion fiel wirklich in die Kategorie: Geht gar nicht!", betonte die Staatsanwältin zum Abschied.

Von Carina Bahl

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