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Altkleider-Diebstahl landet vor Gericht

Burgwedel Altkleider-Diebstahl landet vor Gericht

Auch wenn der Prozess wegen eines Altkleider-Diebstahls in der Wedemark letztlich gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt wurde: Spannende Einblicke in ein hart umkämpftes Geschäft bot die Verhandlung vor dem Amtsgericht Burgwedel allemal.

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Das Geschäft mit den Altkleidern gilt als hart umkämpft.

Quelle: Symbolbild: dpa

Burgwedel/Wedemark. In der Wedemark waren es zuletzt illegal aufgestellte Altkleidercontainer, die für Schlagzeilen sorgten. Erst am Mittwoch hatte die Gemeinde ausgelost, welche Firma künftig noch Behälter aufstellen darf. Andernorts werden reihenweise Container aufgebrochen oder ganze Behälter gestohlen – möglicherweise von Konkurrenten.

Weniger brachial soll laut Anklage ein 36-Jähriger mit zwei unbekannten Komplizen im Oktober 2014 auf einem Supermarkt-Parkplatz in Bissendorf vorgegangen sein. Mit nachgemachten Schlüsseln habe das Trio drei Container geöffnet und daraus die Altkleider entwendet. Bei der Polizei gelandet war der Fall dank eines Markt-Mitarbeiters, der sich über die Leerung am falschen Wochentag wunderte. Zudem passte zum Transporter keines der Kennzeichen, die der Container-Unternehmer am Behälter als legitime Abholfahrzeuge vermerkt hatte.

Immer wieder gebe es solche Diebstähle, berichtete der Altkleider-Unternehmer als Zeuge. "Das sind Hunderte Fälle, die meine Existenz bedrohen. Die Masse macht’s“. Gut sortierte Kleidung bringe bis zu 450 Euro pro Tonne, unsortierte Rohware immerhin noch bis zu 350 Euro. Bei durchschnittlich 200 Kilogramm pro vollem Container kommt da einiges zusammen – wobei es laut des Zeugen erhebliche Unterschiede gebe: Großstädter seien oft modebewusster und sortierten ihre Kleidung schneller aus, wodurch die Erlöse dort höher lägen. Der Unternehmer verwendet eine Vielzahl unterschiedlicher Schlösser, um es Dieben mit nachgemachten Schlüsseln schwer zu machen.

Dass es beim Prozess letztlich nicht zu einer Verurteilung reichte, lag an den Erinnerungslücken des Markt-Mitarbeiters rund eineinhalb Jahre nach der Tat. Vor Gericht konnte er den Angeklagten nicht zweifelsfrei als Täter identifizieren. Bei der polizeilichen Aussage hatte er ihn zwar auf einem älteren Foto erkannt, nicht aber auf einem damals aktuellen. Immerhin habe sein Mandant auch Brüder, deutete der Verteidiger an, dass auch jemand anders als Dieb in Betracht kommen könnte.

Gegen den Angeklagten sprach hingegen, dass der Zeuge sich sehr wohl an eine besondere Tätowierung am Unterarm des Täters erinnern konnte – eine solche trägt auch der 36-Jährige.

Letztlich einigten sich die Prozessbeteiligten auf eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Zahlung von 600 Euro an die Kindernothilfe. Der angeblich von Arbeitslosengeld lebende Angeklagten hatte dies 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit vorgezogen.

Von Frank Walter

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